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Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2007-06-05

Avram Kokhaviv

Was auf der Strecke bleibt

Leicht zu sagen...

Wo zwei aufeinander losgehen, bilden sie eine Einheit.

Schwieriger, wo die vermeintlichen Antagonismen aufhören und die wechselseitigen Ergänzungen beginnen.

Man könnte auch sagen, daß Rostock zur Demolition freigegeben wurde wie Kreuzberg an jedem Mai in Berlin.

Warum finden die Randaledemos nicht in Zehlendorf oder an der Alster statt und so weiter und so fort...

Wenn der Ökofaschismus über Themen und Forderungen der G8-Konferenz sich als Alternative anbietet und mit seinem Zerstörungskarneval weltweit Beachtung findet, während die organisierte Arbeitslosigkeit keine Menschenansammlung kreiert und keinen Pflasterstein aus dem Gehsteig löst, sollte das Gelächter nicht im Halse stecken bleiben.

Der Schwarze Randaleblock der etablierten Bonzenklasse schont deren Interessen und Wohnbezirke wie eh und je.

Was am Globalismus falsch ist, wird durch diese «Protestbewegung» nicht richtiger, sondern nur noch schlimmer.

Wie der deutsche Bundespräsident einen Terroristen und mehrfachen Mörder eigens in dessen Zelle besucht, während er für die hungernden Verlierer seiner ureigenen Politik die Reste einer präsidialen Erbensuppenorgie anderntags vor der Armenküche abstellen läßt, so lautet das Urteil, daß gehobenes Pack sich schlägt und wieder verträgt; daß gehobenes Pack die einfachen Menschen aber verachtet und beleidigt.

Was für eine Republik!

Was für eine Demokratie!

Die RAF-zirzensischen Feinde der Demokratie «sind doch alle unsere Kinder», das wollen wir nicht vergessen, die Herzenssöhne ihrer Mütter und Seelentöchter ihrer Väter.

Ich sehe die Augenaufschläge und habe die schmelzenden Töne der politischen Mimen noch im Ohr.

Die Verbrechen am Volk häufen sich und bleiben ungesühnt.

Die organisierten Schläge gegen den sozialen Rechtsstaat waren gezielt, erfolgreich und sind nicht wieder gut zu machen.

Auf der Strecke blieben die menschlichen Beziehungen und damit alles, was das Leben in diesem Staat einmal lebenswert machte.

Deutschlands Bonzen haben sich auf Kosten des Volkes freigekauft.

Die «Lufthoheit über den Kinderbetten» war kein Ausrutscher eines durchgeknallten Sozialdemokraten.

Die «Lufthoheit über den Kinderbetten» - vom Tage der Geburt an! - ist gesellschaftspolitisches Programm, von dem nur die Spitzenbonzen auszunehmen sind.

Gunnar Heinsohn hat das schon vor einem Vierteljahrhundert gesagt: Familie nur für den, der sich's leisten kann, für die proletarische Masse aber Aufzuchtbetriebe nach dem Muster von Hühnersilos.

Es gab keinen Aufschrei - nicht daß man daran vorbeigesehen hätte: die Bonzen quer durch die Parteien waren sich in dieser Frage einig.

Der heutige Zustand der Bundesrepublik Deutschland ist das Ergebnis politischer Planung; die Systemanalyse war nur vorgeschoben.

Was nicht politisch, sondern sicherheitssystematisch organisiert und schließlich so durchstrukturiert wurde, daß an eine rechtsstaatliche Kontrolle gar nicht mehr zu denken ist, gibt Anlaß zu tiefster Resignation.

Die demokratische Kapitulation vor überwältigenden Umständen ist ein sich mittlerweile erfüllender Albtraum.

Dagegen anzuschreiben, ist «ehrenhaft» und naiv zugleich, richtig und falsch.

Wo alles Nötige seit langem gesagt worden ist, bleibt die «kämpferische Resignation» - Oxymoron «djihadischer» Nachdenklichkeit - der einzig vertretbare Rückzug.

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