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Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2007-02-17

Avram Kokhaviv

RAF als Kriegspolitik der DDR gegen die Bundesrepublik Deutschland

Warum der Bundestag seine Stasi-Vergangenheit nicht aufarbeiten kann

Rote Armee Fraktion Gasprom

Das wird in der aktuellen Diskussion völlig vernachlässigt.

Der RAF-Zusammenhang mit der DDR ist so brisant und offensichtlich, daß man sich nicht wundern muß, wenn der Bundestag beschließt, seine eigene Stasi-Vergangenheit nicht aufzuarbeiten.

Sonst würde für jedermann deutlich, daß die Bundesrepublik das Opfer eines Angriffskrieges zu werden drohte, und daß sie schließlich nur mit alliierter, vornehmlich russischer Hilfe aus dem Schlamassel als Sieger hervorgegangen ist.

In dieses Mosaik paßt auch der Mordanschlag auf den damaligen - und jetzigen - Innenminister Schäuble.

Die RAF-Morde - man muß sie als verlängerte Stasi-Operationen begreifen, was auch die Präzision bei der Durchführung gerade der letzten Attentate als geheimdienstlichen Ursprungs erklärt - waren nicht wahllose Herumschießereien, sondern gezielte Tötungen, wie wir sie später erst wieder bei den Israelis in ihrer Auseinandersetzung mit den Palästinensern erleben.

Nach und nach wurde der Bundesrepublik der leitende Personalbestand weggeschossen.

Nur mit einer ausgefeilten Logistik waren diese Attentate möglich.

Politisch unbeteiligte Begleiter der Opfer «mußten» ihre Augenzeugenschaft mit dem Leben bezahlen.

Die Kriminalisierung der Neuen Linken war ein «kleiner Schießkrieg» (Guerrilla) der DDR - die sich offiziell davon distanzierte - gegen die Bundesrepublik, die - direkt oder indirekt - durch hochrangige Politiker, Intellektuelle, Wirtschaftler, Sympathisanten... an diesem Kleinkrieg suizid-politisch selbst beteiligt war.

Die Verhinderung der kombinierten, man könnte sagen: sado-masochistischen Mordung der BRD hat gleichwohl nicht ans Licht zu bringen vermocht, wie eng die westdeutsche Gesellschaft - über ihre nationalen (!) und linken (!) «Führungseliten» (!) - in die DDR/Stasi-Subversion verflochten war.

In der BRD gejagte RAF-Killer fanden in der DDR Unterschlupf, wo sie ihre Identität ändern und friedlich weiterleben konnten.

Ihre Verhaftung erfolgte erst nach der Wiedervereinigung, woran auch der später invalid geschossene Bundesinnenminister Schäuble beteiligt war.

Der Terror der RAF wird heute gern mit dem Terror der «Islamisten» verglichen, mitunter ist zu hören, daß die RAF-Leute ja doch einen Sinn in ihren Taten sahen, während die «Islamisten» nur blind um sich morden.

Worin bestand aber dieser politische Sinn der RAF, wenn nicht in der befehlsstrukturellen DDR-Konspiration?

Was wollten die RAF-Terroristen, wenn wir von den DDR-Interessen absehen?

Ihr bis heute vorgebrachtes Ziel war die Zerschlagung der «faschistischen BRD».

«Faschistische BRD» war aber Propaganda-Sprachregelung der DDR.

Die freie alte Bundesrepublik Deutschland war über solche Anwürfe erhaben, eher erinnerte die totalitäre DDR-Diktatur an realen Faschismus.

Während der «islamistische» Djihad ein rationales Ziel, nämlich den Sieg über die Ungläubigen und letztlich die Islamisierung anstrebt, erhält die RAF einen politischen Sinn ausschließlich als Terroreinheit der DDR in deren unerklärtem Krieg gegen die Bundesrepublik Deutschland.

Man muß die RAF beim Namen nehmen.

Die Rote Armee-Fraktion nicht als Aufbau-Fragment einer künftigen, noch zu organisierenden Roten Armee...

Eine Fraktion ist ein Bruchstück, hier die RAF: Bruchstück, Abteilung nicht einer, sondern der (!) Roten Sowjet-Armee samt Nationaler Volksarmee (NVA) der DDR.

Wenn wir die aktuellen Vorgänge in einem strategischen Zusammenhang sehen, kommt vielleicht auch ein bißchen Licht in unsere politische Gegenwart.

Zeitlich zusammen treffen Putins Auftritt bei der Münchener Sicherheitskonferenz, wo er die USA attackiert und die weltpolitischen Ansprüche Rußlands wieder angemeldet hat, und die Entlassung bzw. geplante Entlassung der RAF-Terroristen Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt.

In Italien machen die Roten Garden wieder mobil.

Ein Knack- oder Anhaltspunkt ist der Iran, wo Rußland und Amerika kritisch aneinander geraten.

Die atomare Entwaffnung Nordkoreas mag zu Lasten Chinas gehen und die Russen nicht sonderlich berühren.

Die weltkriegerische Entwicklung, in die uns die USA mit ihrer Kreuzzugspolitik gegen den Islam manövriert haben, ist ein ganz wesentlicher Anlaß zum strategischen Umdenken.

Deutschland steht nach wie vor zwischen Ost und West, zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Wenn Rußland nicht mehr als - kalte oder heiße - Kriegsgefahr, sondern als - nicht nur medial, sondern de facto - dauerhafter Friedensgarant - gar als «Befreier Europas»! - angesehen werden darf, wendet sich die Lage in ganz Europa und besonders für Deutschland um 180 Grad.

Womöglich war die RAF nicht die Kriminalisierung der Neuen Linken, sondern die Nationalisierung und Sozialisierung der deutschen Politik in spe.

Das würde bedeuten, daß die RAF strategisch nicht nur ein zerstörerisches, sondern auch ein konstruktives Konzept im Rucksack hatte.

Gerhard Schröders alte «Freundschaft» zu Horst Mahler, dem Mitbegründer des «Waffen-SDS», der RAF, seine euro-strategisch maßgeblichen Verklettungen mit Gasprom und dem russischen Präsidenten sind ebenso dunkel wie hell, je nachdem, wie wir die Gesamtsituation beurteilen und welche Konsequenzen wir daraus zu ziehen gewillt sind.

Die Interessenlage bedarf dringend der genauen und umfassenden Analyse.

Und das unverzichtbare Amerika, wie es einmal war, könnte daraus Lehren ziehen, um, wie es einmal war, wieder zu werden.

Unsere Freiheit war unsere Sicherheit.

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