2007-02-17
Die Irrwege des Alexander Becker
So ergeht es einem, der stets durch den Haupteingang das Haus betritt und die Hintertür vernachlässigt, weil er glaubt, das Wesentliche und Entscheidende finde im Foyer - am Feuer - statt.
Das Haus hat zwei Eingänge, und das ist ungenau... - es sind zwei Häuser, unter einem Dach aneinander gebaut, die nach innerem Sinn und äußerem Zweck nur wenig miteinander gemein haben.
In der Tür steht Napoleon Hill, den ich zum ersten für einen Scharlatan halten möchte und zum zweiten für einen doppelten.
Er hat, wenn man so will, den heiligen Geist verraten.
Wie kann das sein: unter der Aegide Kokhaviv - hervorgegangen aus dem irren Reichtum proletarischen Denkens, sprich: kuckuck - Sätze wie diesen zu finden - von Hill: «Denk und werd reich. Think and grow rich.»
Da ist doch wohl was gründlich mißverstanden worden; denn Napoleon (!) Hill meint nicht geistigen, sondern materiellen Reichtum, rücksichtslose Bereicherung - auf Kosten Getäuschter.
Sein Denken verkaufen, heißt das im Klartext.
Aus der griechischen Antike kennen wir's von den Sophisten, an denen Sokrates kein gutes Haar ließ, als er - scheinbar schlicht, in Wahrheit für jene vernichtend - bekannte: Ich weiß, daß ich nichts weiß.
Der Name Kokhaviv ist mit der Overground-, wenn nicht Upperground-Zeitung kuckuck - mit sage und schreibe klassenpolitisch-kritischem Denken - verknüpft, im Widerspruch zum leichten Weg des grassierenden «positiven Denkens», von Instantphilosophen und ihren Jüngerscharen, weltanschaulichen Gemeinschaften, Privatakademien für erste und fortgesetzte Lebenshilfen... wie epidemisch verbreitet...
Das «positive Denken» ist eine - mitunter auch komische - mentale Gefahrenzone.
Dirk Schröder - «Kabbalist und Hebraist» - bewundert und fürchtet Religionen an sich.
Über arische Eßgewohnheiten und die nachhaltige Methode, alles Dunkle wegzulassen, um zuletzt das Licht übrig zu behalten...
Der reine Manichäismus, wie man ihn ähnlich bei den «Scientologen» findet.
Mit der Gewißheit, auf Dummenfang sich vorab als «Alpha» zu erleben...
So ist es wohl besser, einer großen statt einer kleinen Gruppe belehrend «überlegen» zu sein.
Da mischen sich - schon wegen des Honorars - verwirrend Quantität und Qualität...
Dialektisches Denken ist dagegen unbezahlbar und ergründet den spezifischen Aspekt allein: «Und wenn's nur einer wär!»
Zwanzig oder zweihundert - warum nicht hunderttausend oder Millionen? - Mitläufer harren der sich vielleicht gerade entdeckenden Führernatur...
Auch ein Ertrag kritischen Denkens&Handelns ist nicht per se - im Schöpfungssinne - «positiv»...
Theoretische Erben auf dieser Linie sind es nur in Ausnahmefällen.
Die Torah spricht von «Auserwählten».
Der wieder in Mode kommende Alpha-Typ ist bestimmt nicht darunter.