2007-01-10
Zeichen, Wunderkerzen, neue Anfänge, alte Wiederholungen, und was ich davon hab'
Strafen und Lektionen
Zum Jahreswechsel fallen einem diese und jene Dinge ein, so ist das nun mal.
Wechsel und Erneuerung sind Bedürfnisse und keine Wirklichkeit, denn die ändert sich nicht.
Aus der - nach Schröder und Merkel - «strategischen Partnerschaft» zwischen Rußland und Deutschland wird plötzlich ein Mißtrauensverhältnis, nur weil der Ölhahn ein wenig gedrosselt werden mußte, wofür ein «Strategiepartner» doch eigentlich sofort Verständnis haben sollte?
Natürlich hat sich nach der Ermordnung Litvinenkos einiges geändert, Putins Rußland ist beinahe über Nacht zu einer Art Schurkenstaat verkommen, das muß ein paar Gründe haben, über die nicht so frei in der Öffentlichkeit gesprochen wird.
Strategie und eine diesbezügliche Partnerschaft weisen in die Zukunft, und die läßt man sich nicht gerne verbauen.
Ich denke, daß irgendwann, irgendwo, aus bestimmten Gründen die Wegweisung geändert wurde.
Der Yukos-Kapitalismus will vermutlich Rußland zurück erobern; das ist im Zusammenhang mit «Polonium» bereits dargelegt worden.
Aus der deutsch-russischen «Freundschaft» à la Schröder wird auf dem Wege der neuen deutsch-israelischen «Freundschaft» ein neuer Kalter Krieg des Westens, besser: Westeuropas gegen Rußland, an dessen Energie-Nabel wir hängen.
Es geht im Moment darum, Deutschland und damit Europa aus den Fesseln der jahrelangen rot-grünen Energiepolitik, was heißt: aus den energiepolitischen Abhängigkeiten von Rußland zu befreien.
Die nationale Politik von SPD/Grünen und - nicht zu vergessen - NPD, welch letztere entschieden und ausdrücklich für ein deutsch-russisches Bündnis - die «strategische Partnerschaft» im Original (!) - eintritt, soll nun offenbar von einer anti-russischen - weniger US- als Israel-gestützten - Politik abgelöst werden.
Die von Willy Brandt eingeleitete «neue Ostpolitik» hat jetzt wohl einer neuen Kalt-Kriegs-Front zu weichen.
Israel muß den «Großen Bruder» auswechseln.
Vielleicht ist dieses Polonium tatsächlich die Wunderkerze, die uns politisch heimleuchtet.
Eine deutsch-jüdische - «davidische» - Bi-Polarität bringt die historisch-schicksalhafte Unentrinnbarkeit politisch zum Ausdruck.
Was nach einer fixen Idee aussehen mochte, zeigt seine weiträumig interessen-gestützte, mithin realistisch skizzierte Seite.
Der anti-islamische Kreuzzug wird nicht völlig abgeblasen.
In europäisch-amerikanischer Arbeitsteilung konzentriert sich Europa-Deutschland auf den Konflikt mit Rußland.
Die USA - insoweit entlastet - behalten sich den islamisch-mittelasiatisch-afrikanischen Raum vor.
In «war on terror» fällt der bisherige Koalitionär Rußland aus.
Das wird im einzelnen noch durch zu arbeiten sein, aber daß die Europäische Union sich einerseits im amerikanischen Sinne stärker, und das heißt militärisch (!) engagieren soll, um dadurch andererseits, kriegerisch verflochten, den Amerikanern die Sorge um ein anti-amerikanisches Europa zu nehmen, liegt auf der Hand.
Deutschland kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu, was die Nationalisten in SPD und NPD mit der deutsch-russischen «strategischen Partnerschaft» in eine - vermeintliche - Dauerform gegossen haben.
Die Ablösung Gerhard Schröders durch Angela Merkel im deutschen Bundeskanzleramt ist also von strategisch langfristiger Bedeutung.
Bedauerlich an dieser Entwicklung ist die mangelhafte Aufklärung über diese größeren Zusammenhänge.
Offenbar kommt - nach der Putinschen Yukos-Kontrolle - auf Deutschland-Israel - «Davidsland» - die Aufgabe zu, die Globalisierung auch in Rußland wieder zu entfesseln.
Das bedeutet die eine oder andere Form von Krieg.
Eine energiepolitische Unabhängigkeits-Strategie gegenüber Rußland heißt für Deutschland:
Voller EINSTIEG in die Kern-Energie-Wirtschaft und AUFSTIEG zur - auch von Frankreich und England unabhängigen - atomaren Militärmacht.
Deutschlands Status als militärische Atom-Macht ist ohne Kontrolle nicht denkbar.
Eine deutsch-israelische Kombination erbringt die bislang unmögliche historische Lösung.
Die herkömmliche anti-jüdische Tendenz deutscher Politik hielt den heute offenen Zugang stets verschlossen.
Hitlers Judenverfolgung schob einer potentiellen Weltmachtstellung Deutschlands den entscheidenden Riegel vor.
Adenauer hatte das bei Gründung der Bundesrepublik sofort erkannt: er wollte diesmal nicht gegen die Juden, sondern mit ihnen Politik machen.
Das Interesse ist beiderseitig.
Deutschland ist die Rettung Israels aus dessen prekärer Lage, während Israel Deutschland die Bedingungen erfüllt, die diesem zu seiner vollen Souveränität - als mittel-europäischer Kontrast-Macht zu Rußland, aber auch Frankreich und England - bisher fehlen.
Eine deutsch-israelische Symbiose setzt Deutschland endlich in den Stand, sich als das zu verwirklichen, was ihm nach seiner Kapazität als hochentwickelter Industriemacht zusteht.
Deutschland hat - als deutsch-israelische Kom-Bi-Nation «Davidsland» - das Zeug zu einer mitteleuropäischen Großmacht.
Die geopolitische Hereinnahme Israels in den deutschen Staatsverband läßt den alten Reichsgedanken wieder aufleben und verspricht zugleich einem von Israel - dem heutigen Staat - befreiten Nahen Osten den lang ersehnten - oder auch nur erwähnten - Frieden.
Tatsächlich ist mit einer Verlagerung des Konfliktpotentials nach Europa zu rechnen, zu der Rußland den Anlaß gibt.
Diesem eher kriegerischen Modell steht der deutsch-russische Frieden gegenüber.
Politische Entscheidungen sind nur zum Teil von menschlichem Willen abhängig.
Das ihnen inne wohnende «objektive» Moment scheint indessen den groben Antagonismen mehr zuzuneigen als friedlichen und harmonischen Entwicklungen.