2006-05-23
Niederlagen unübersehbar
«Die Deutschen sind Verlierer», heißt es auf Berliner Schulhöfen - mit einem spezifischen Wahrheitsgehalt.
Das momentane Erscheinungsbild deutscher Niederlagen hat etwas mit dem Rechtsextremismus zu tun.
Daß die öffentliche Behauptungshysterie an der Realität vorbei geht, scheinen allerdings die wenigsten Menschen zu merken.
Die Allgemeinheit nimmt wohl für bare Münze, was öffentlich gesagt wird.
Was steckt aber dahinter, welche Wirklichkeit wird so verzerrt?
Der Sozialstaat hat sich politisch zertrümmern lassen, er ist am Ende oder will am Ende sein; an die Großen und Vermögenden traut sich keiner heran.
Das Elend nimmt zu.
Die einzigen, die den Skandal beim Namen nennen, sind die verdammten Rechten.
Sie verbinden ihre sozialpolitischen Thesen mit einer rigorosen Anti-Ausländer-Politik.
Sie sagen, die Zahl der Arbeitslosen entspreche ungefähr der Zahl der Ausländer.
Die Rechten wollen die Zugewanderten, soweit sie nicht mehr nützlich sind, allesamt wieder raus schmeißen.
Zum Rechnerischen kommt eine hetzerische Polemik.
Widerlich rassistische Bosheiten über «humanoiden Müll», «Neger», «Fremdvölkische»...
Bemerkenswert:
Die offizielle Gesellschaftspolitik der Bundesrepublik richtet sich einerseits klar «gegen Rechts» - hetzt aber andererseits gegen die Armen und Ärmsten des organisierten «Hartz IV»-Elends, das obendrein noch verschlimmert werden soll.
Alle diesbezüglichen «Reform»-Vorschläge sind auf weitere Kürzungen aus, ohne dabei auch nur einen Blick auf den gehorteten Reichtum im Lande - sprich: aufs geraubte Volksvermögen - zu werfen.
Die von Staats wegen Verelendenden werden in die Arme des politischen Rechtsradikalismus getrieben und mit diesem in Acht und Bann getan.
Die Demokratie verabschiedet sich von ihren Armen, Arbeitslosen, systematisch Unterbezahlten, die sie diffamiert und tendenziell «nazifiziert».
Einer allgemeinen, politisch-medial angeheizten Verachtung preis gegeben, stürzen, gleiten, stolpern zwanzig bis vierzig Prozent der Gesamtbevölkerung in existentielle Not.
Die staatlich organisierte deutsche Armut gerät in die suggerierte Nähe von Rassisten, Ausländerfeinden, Totschlägern, Holocaust-Leugnern, alten und neuen Nazis.
Ächtung und potentielle Kriminalisierung der Verlierer-Kaste ist, sage ich, system-offizielles, regierungsamtliches Programm.
Die türkischen und arabischen Mehrheiten an einigen Berliner Schulen beschimpfen in der Tat nicht «die» Deutschen, sondern die von den Mehrheitsdeutschen und ihren Regierungen in den Ghettos vergessenen minoritären - «überflüssigen» - deutschsprachigen Subproletarier.
Die menschenfeindliche deutsche Rechte gehört offensichtlich ins Gesamtkonzept deutscher Zukunftspolitik.
Dem neuen «Nationalsozialismus» wird gleichsam das - einheimische und zugewanderte! - Subproletariat überantwortet.
Hinter der offiziellen Ächtungsstrategie «gegen Rechts» steckt eine heimtückische Intrige gegen die wahrlich verachtete, geächtete, systematisch in Armut getriebene, subproletarische Minderheit.
Mit den «Integrationsunwilligen, Bildungsfernen» sind Deutsche und Ausländer gemeint!
Sklaven jeglicher Herkunft, die nicht mehr gebraucht werden, haben in der mehrheitlich eingemauerten Bundesrepublik Deutschland keine Zukunft.
Die Geschichtsliteratur (Götz Aly) hat propagandistisch vorgesorgt, indem sie kürzlich «entdeckte», daß der Hitler-Staat eine «Wohlfühl-Diktatur» gewesen sei, dem einfachen Volke zugetan und von diesem gehuldigt...
Die deutschen Subsklaven werden - so oder so - «nazifiziert» und kriminalisiert, womöglich «arbeitsdienstlich» kaserniert - die ausländischen Mohren haben ihre Schuldigkeit getan und gehören abgeschoben.
Die vom Kindergarten aufwärts vermeintlich privilegierten, bald auch sichtbar uniformierten Mehrheitsdeutschen können sich dann glücklich schätzen.
Wer weiß...