2006-04-09
Die Geschichte hinter sich lassen
Ob das wohl geht?
Der Chilenische Kreidekreis
Die Kinder sind jetzt schon groß, das Mädchen ist vier, der Junge wird sechs und kommt bald in die Schule.
Die junge Ehe war vielversprechend, sie hatten sich am Gymnasium kennengelernt.
Wäre nicht Emu gewesen.
Sie war mit ihrer Familie aus Chile gekommen, damit fing alles an.
Wer genauer hinsah, wußte, daß die politischen Motive nur vorgeschoben waren, es gab sie eigentlich gar nicht.
Aber die Ermordung Allendes und das Regime Pinochet galten als gravierend genug, so daß niemand so genau hinsah, wenn politische Flüchtlinge von dort herüber kamen.
Gaston Salvatore, ein späterer Freund Rudi Dutschkes, kam aus reichem Hause, große Ländereien gehörten zum Besitz seiner Familie in Chile.
Unser Engelchen aber war ein armes Puttchen, das erst in Deutschland was werden konnte.
Das Abitur blieb allerdings das Höchste und Letzte in ihrer Karriere.
Dann kamen die Kinder, und jetzt sind sie groß.
Einmalige Kinder, die auch Unverzeihliches verzeihen.
Die Ehe schien glücklich zu sein, aber das schien eben nur so.
Es gab viele Gründe, die deutsche Episode zu beenden und nach Chile zurück zu kehren.
Eigentlich ging es von Engelchens Mutter Emu aus, die sich in Berlin sehr wohl fühlte, solange der Staat für sie sorgte.
Sie nahm in Anspruch, was im öffentlichen Angebot stand.
Irgendwann, so wissen wir, erkannte der Staat, daß er längst pleite war, die Politik wickelte ab, was eben noch für die Zukunft geschaffen schien.
Wie es vor dreißig Jahren genug Gründe gab, Chile zu verlassen und nach Deutschland zu gehen, so gibt es heute mehr als genug Gründe, Deutschland wieder zu verlassen und nach Chile zurück zu kehren.
Mutter Emu hatte sich in Deutschland als chilenische Widerstandskämpferin gut verkauft, dabei ein außerordentliches Talent als Propagandistin entfaltet, das im heutigen Chile der Wiederkehr gleich gute Früchte tragen würde.
In Deutschland, so Emu, ist es heute schrecklicher als unter Pinochet, diese Hetze gegen Ausländer, diese ewige Diskriminierung im Alltag, man ist ja seines Lebens nicht mehr sicher...
Von den leeren Kassen, an deren Ausraubung die Gute selbst beteiligt war, ist natürlich keine Rede.
Die Deutschen sind unmöglich, unter ihnen kann eine stolze Chilenin nicht leben, ohne sich täglich, ja stündlich in Gefahr zu bringen.
Hartz IV und Ich-AG sind ausgereizt, aber das muß man denen in Santiago nicht auf die Nase binden.
Engelchens Ehe hat sich - mit Emus Hilfe - aus einander gelebt, auch das geht niemanden was an.
Also ab, nach Chile zurück, die Kinder mit, das ist klar, und Emu voran.
Spätestens jetzt haben sich der väterlichen Gründe genug angesammelt, um einen Schlußstrich zu ziehen.
Kindesentführung anzeigen, Scheidung beantragen...
Die Scheidung wird leicht zu erreichen sein, der Kampf um die Kinder hingegen droht - nach Lage der Dinge und der personellen Umstände - ein Gemetzel zu werden.
Er wird also - um der Kinder willen - nicht dazu kommen.
Der Kaukasische Kreidekreis tut seine Wirkung auch im Dritten Jahrtausend.
Die Kinder mögen nicht zerrissen werden und sich tätig erinnern in nächster Generation.
Ich wünsche den falschen Müttern nichts Böses.
Gott wird es fügen...
Der Tatbestand gilt, und es ist eine Frage des Willens, wie das künftige Haus gebaut werden soll...
Die falschen Mütter kamen mit verstörten Kindern zurück, Chile entsprach nicht ihren Wünschen, verlängerte auch nicht ihre Aufenthaltsgenehmigung übers amtliche Vierteljahr hinaus, und alles bleibt, als wäre nichts geschehen, selbst der verarmte Staat wird - in Gestalt der «rot-roten» Stadt und mit Hilfe von Emus Linkspartei - wieder für sie da sein, denn der Verrücktheiten sind nie genug.
Wer nicht betet, muß handeln, und wer handelt, muß um so mehr beten.
«Der Islam ist die Lösung», und wie komme ich darauf?
Er ist die Religion der erwachenden Väter.