Navigation überspringen

kokhaviv publications

rebird - Deutschlands Kurier

Beiträge zur demokratischen Eroberung

2006-05-25

Horst Lummert

Die veränderte Perspektive

Deutschlands Anfreundung mit dem Gefürchteten

Als Mitglied der westlichen Allianz unterliegt die Bundesrepublik Deutschland gewissen Prioritäten.

Sie lassen sich am besten beim Umgang mit Gefahren markieren.

So wird allgemein ein Gefahrenbündel aus Terrorismus und Rechtsradikalismus vor geführt.

Beim Terrorismus geht es namentlich um islamistischen Terror, der im Falle Iran mit dem deutschen Rechtsextremismus zusammen gepackt wird.

Tatsächlich treffen sich der Iran und die deutsche Rechte in ihrem Verhältnis zu Israel und der Beurteilung des Holocaust.

Was auf der internationalen Ebene zusammen paßt, tut dies im unmittelbar nationalen Raum keineswegs.

Die deutsche Rechte beutet zwar den islamischen Anti-Zionismus für sich aus, will darüber hinaus aber im eigenen Lande auch mit iranischen Islamisten nicht sich irgendwie arrangieren.

Dem rechten Anti-Judaismus ist ein rechter Anti-Islamismus durchaus analog.

Das Verhältnis der Rechten zum Kommunismus war ähnlich: man liebte ihn als Element der Unruhe in anderen Ländern, bekämpfte ihn jedoch daheim.

In diesem Punkt deckt sich das rechtsradikale Interesse mit dem der Bundesrepublik Deutschland.

Vor der Frage, welcher Krieg dringlicher sei, der «gegen Rechts» oder der «gegen Terrorismus», wird Deutschland in all seinen Farben den Islamismus als die größere Gefahr ansehen und entsprechend bekämpfen.

Sofern die rechte Szene sich an diesem anti-islamischen Kampf - einem Vertreibungskampf! - beteiligt, wird es zu gewissen Anfreundungen zwischen dem formal-demokratischen Staat und seiner nationalen Opposition kommen.

Der Islam in Deutschland sieht sich also zwei gegnerischen bis feindlichen Frontstellungen gegen über.

Logisch möglich und wahrscheinlich, daß die «böse Rechte» dem «guten» Staat die Dreckarbeit ab nimmt.

Deutschlands Anfreundung «mit Rechts» ist eine Frage der Zeit.

Die Bundesrepublik wird mit ihren innergesellschaftlichen Problemen nicht mehr fertig, kann jedoch bestimmte Mittel und Methoden nicht anwenden.

Eine von Staats wegen ohnehin kriminalisierte Rechte hätte im Kampf gegen den Islam mehr freie Hand in rechtsfreien - «No Go Area» - Räumen, so daß es zu einer beide Seiten - den Staat und die extreme Rechte - befriedigenden Arbeitsteilung kommen muß und kommen wird.

Muslime in Deutschland dürfen auch im Traum nicht daran denken, sich etwa via Ahmadinedjad mit dem deutschen Rechtsextremismus verbünden zu können.

© Copyright 1999 - 2006 kokhaviv publications