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kokhaviv publications

rebird - Deutschlands Kurier

Beiträge zur demokratischen Eroberung

2006-02-22

Horst Lummert

Ein neuer Reichsgedanke?

Das deutsch-jüdisch-islamische Davidsland

Österreich nicht zu vergessen

Die Saturiertheit ist auch eine Größenordnung.

Die freiwillige Angliederung macht ein Reich erst zu einem Reich.

Kern ist die gemeinsame Sprache, die Seele der Familie, des Stammes, des Volkes und des Imperiums.

Arabisch war die Sprache der islamischen Reiche, Rom sprach und schrieb das antike Latein, das spanische und das portugiesische Weltreich pflegten den Geist ihrer Eroberungen vermittels ihrer Mutterlandssprachen, des Spanischen, des Portugiesischen; das Sowjetreich beruhte auf der russischen Sprache, das US-Imperium liest, schreibt, spricht englisch.

Die deutschen Reiche des Mittelalters krankten daran, daß sie nicht deutsch, sondern in der Kirchensprache schrieben und lehrten.

Als mit der Neuzeit und der Reformation die deutsche Sprache Einzug bei den Gebildeten hielt, entstand ein neuer Reichsgedanke...

Die Europäische Union bleibt ein von wirtschaftlichen Interessen geleiteter Staatenbund mit zwei Amtssprachen, dem Englischen und dem Französischen, was sich mit der US-Reichssprache Englisch ganz gut verträgt.

Spanisch ist mittlerweile zweite Landessprache der Vereinigten Staaten.

Nicht vertreten sind in der EU die ost- und nordeuropäischen Sprachen, das Italienische, das Spanische, das Deutsche...

Die europäische Mehrheit hat in der EU sprachlich keine Heimat.

Das Deutsche Reich, das im Zweiten Weltkrieg zerschlagen wurde, ist von den Landkarten verschwunden, völkerrechtlich jedoch - unter der Decke politischer Opportunitäten und Zwänge - weiterhin existent, entgegen allgemeiner Annahme nicht unter gegangen.

Der Gedanke, am Faden der gemeinsamen deutschen Sprache eine politische Einheit zu bilden, bleibt vernünftig und geschichtlich auch sinnvoll.

Wenn eines Tages aus einander bricht, was momentan nur interessen-«europäisch» zusammen hält, bietet sich die abendländische Sprachen-Gliederung an.

Natürlich unterliegen solche Gedanken einer ganzen Liste von Tabus, was uns nicht davon abhalten soll, an die ursprünglichen Gemeinschaftlichkeiten zu erinnern.

Mir ist dabei klar, daß die deutsche Sprache mit der Idee - und der Wirklichkeit - einer Islamisierung Europas - nicht zuletzt Deutschlands - kollidiert.

Das türkische Modell böte sich als Ausweg an: Türkisch ist die Landessprache, das Arabische bleibt in den Moscheen.

Die Islamisierung Deutschlands impliziert in starkem Maße eine Verdrängung des Deutschen und der Deutschen.

Der deutsche Reichsgedanke sieht den geistigen Konflikt mit dem Islam und seiner «Leitkultur» aus eben diesen Gründen vor.

Der deutsche Reichsgedanke - basierend auf der deutschen Sprache - schließt das römisch-katholische Christentum wegen dessen Latinität prinzipiell nicht aus.

Die deutsche Sprache ist traditionell das Medium des Protestantismus, der Übersetzungsarbeiten Martin Luthers aus der biblischen - hebräischen, griechischen und lateinischen - Überlieferung.

Die Islamisierung geht auf eine Arabisierung zu, die sich an den Sprachen des «Buches der Bücher» nicht bricht.

Das Arabische hat - ähnlich dem Hebräischen, dem Alt-Griechischen, dem kirchlichen Latein - eine Heiligkeit erlangt, die dem Deutschen völlig abgeht, wofür - regelmäßig und in bleibender Einfalt - die deutschen Sprachreformer gesorgt haben.

Eher kann das klassische Englisch jenen alten Sprachen mit zugeordnet werden.

Wer im sprachlichen Sinne deutsch sein will, muß sich mit dem deutschen Protestantismus Luthers anfreunden, zumal die deutsche Hochsprache auf Luthers Werk zurück geht.

Doch weit darüber hinaus bleibt die urtümliche Kraft der deutschen Mutter- und Vatersprache, die historisch zu sich und ihrem Recht kommen will.

Die Heiligung der klassischen Sprachen hat deren Bestand gesichert und vor Reformen geschützt.

So werden wir weiterhin deutsch reden und schreiben, aber doch nicht auf der deutschen Sprache als einem klassischen und heiligen Fundament stehen können?

Die Entheiligung der deutschen Sprache hat eine lange Geschichte, die mit geschichtlichen «Korrekturen» nach verlorenen Kriegen einher geht.

Auch Hebräer, Griechen, Römer, Araber... erlitten schwere Niederlagen - und blieben dennoch ihren Sprachen treu.

Gott ist nicht nur der Herr der Geschichte, er ist auch der Meister des Prinzips.

Gott liebt die Standhaften.

Das deutsch-jüdisch-islamische Davidsland wäre, glaube ich, nach seinem Geschmack.

Zur endlichen Heiligung auch der deutschen Sprache.

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