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kokhaviv publications

rebird - Deutschlands Kurier

Beiträge zur demokratischen Eroberung

2006-01-09

Horst Lummert

Auf neuer Stufe

Deutschland und Israel

Die Entwicklung im Nahen Osten, verbunden mit einer neuen politischen Konstellation, hat ihre Auswirkungen auf Europa, besonders auf Deutschland.

Die aggressiven Reden des iranischen Präsidenten Ahmadinedjad sind entschieden abgewehrt, aber auch nachdenklich andiskutiert worden.

Die leise Reflexion versucht einen wahren Kern in der Polemik zu finden, weil es unklug wäre, die Worte eines vom Volk gewählten Staatsoberhauptes als Unsinn abzutun.

Wenn die Konzeption eines gemeinsamen jüdisch-palästinensischen Staates den historischen Bedingungen entgegen kommt, ist mit seiner politischen Verwirklichung zu rechnen.

Manches wird sich läutern, nicht jeder sich den neuen Gegebenheiten unterwerfen wollen.

Unser Hinweis auf die islamisch-sephardischen Interessen-Konvergenzen - und Tendenzen - zur Rückkehr nach Spanien beugt dem vor.

Für eine islamisch-jüdische Gegen-Reconquista scheint die Zeit reif zu sein.

Der Mittelmeer-Raum ist geschichtlich so angelegt, daß ihm zur Zeit noch ein paar wesentliche Elemente fehlen.

Ein vereinigtes Palästina/Judaea wäre der ideale Kontrapunkt zum wieder islamisierten und judaisierten Spanien.

Die Russifizierung Israels würde durch eine Union Palästina/Judaea stark relativiert.

Für Deutschland und Europa im weiteren Sinne ist damit das Problem nicht vom Tisch.

Ashkenasim fühlen sich den Europäern meist näher als den Palästinensern, so daß sie um ihr Bleiberecht im Gelobten Land nicht unbedingt kämpfen werden.

Wie schon jetzt viele israelische und - via Israel - russische, ukrainische und andere Juden aus der ehemaligen Sowjetunion nach Europa und mit Vorliebe nach Deutschland kommen, so würde dieser Trend sich im Falle einer staatlichen Umgruppierung im Nahen Osten fortsetzen und verstärken.

Ahmadinedjads Adresse an die Europäer ist also mit der Gründung einer Union Palästina/Judaea nicht ausgestanden.

Eine vernünftige Neuordnung des Nahen Ostens sollte den permanenten Kriegszustand beenden und das freundliche euro-islamische bzw. euro-orientalische Miteinander wieder attraktiv machen.

Ich denke, daß die Demokratisierung - von Israel bzw. einem vereinigten Palästina ausgehend - eine größere Chance hat als in der jetzigen Verknüpfung von militärischer Eroberung und politischem Diktat in Iraq und Afghanistan.

Wenn wir die innere Freiheit eines Landes, seine kollektive und individuelle Selbstbestimmung ernst nehmen, werden Kopftücher, Moscheen und Quran-Schulen in Europa so unproblematisch sein wie Kirchen und Synagogen in der Türkei oder in Saudi-Arabien.

Wahrhaftiger Frieden ist der Ertrag eines langwierigen Erkenntnis-Prozesses, welchen «Kriege und Revolutionen» zu nennen wir uns angewöhnt haben.

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