2006-03-04
Abwendung oder Vertröstung des Khalifats?
Meine Vorstellung vom gerechten Islam verbindet sich weniger mit einer übergeordneten Institution als mit dem Gedanken an einen heiligen Kampf, der nicht endet, einen geistigen Basis-Krieg als permanente Abwehr der teuflisch-tödlichen Machenschaften der herrschenden Mächte.
Die Geschichte vom kleinen David, der mutig und klug den starken Goliath besiegt, bleibt unser Vermächtnis.
Was daraus entstehen soll, haben wir nicht zu planen und nicht im voraus zu konstituieren.
Die permanente islamische Revolution hat ihren inneren und ihren äußeren Aspekt.
Die revolutionäre Umwandlung der islamischen Welt und die Bekämpfung der anti-islamischen Mächte sind Teile des selben historischen Prozesses.
Der anti-islamische Krieg und seine djihadische Abwehr befördern die - innere und äußere! - islamische Kultur-Revolution.
Die Islamisierung ist tendenziell globalistisch wie der US-geführte Gegen-Fundamentalismus.
Daß weder das eine noch das andere in reinem Zustand daraus hervor gehen wird, ist vernünftigerweise anzunehmen.
Gegenbewegungen werden entstehen, von denen wir heute noch nichts wissen.
Der große geschichtliche Bogen gestattet die Vermutung, daß China und Indien schon heute die Ablösung vorbereiten.
Die allerjüngste Initiative des amerikanischen Präsidenten George W. Bush zur Stärkung der indischen Weltmacht stützt die Annahme, daß bereits an den übernächsten (!) Schritt gedacht ist.
Es würde den weltpolitischen Rang dieses Präsidenten zweifellos erhöhen.
Aus welcher Perspektive man's auch betrachtet: Bush ist ein Geschenk des Himmels.
Gorgo sei Dank.