2006-02-17
Die Wappnung der Ohnmächtigen
Die anti-islamische Welt - allen voran Israel, Deutschland, USA... - fordert von der Hamas die Anerkennung Israels, seines Existenzrechts.
Ich konnte das schon bei der DDR nicht verstehen, die auch in aller Welt - zuvörderst von der BR Deutschland - die Anerkennung ihres Existenzrechts einforderte.
Das hat - Mauer hin, Mauer her - zwar nicht geklappt, spielte aber doch eine große Rolle in der ideologischen Auseinandersetzung.
Das Verlangen Israels ist besonders bizarr.
Israel erklärt die Hamas zur terroristischen Vereinigung, gibt sie also praktisch für den Abschuß frei, und möchte vor ihrem Ableben noch schnell die offizielle Anerkennung durch die Delinquentin.
Man stelle sich vor, Großbritannien hätte die in vergangenen Jahrhunderten auf den Weltmeeren wildernden Piraten aufgefordert, die britische Seemacht als solche endlich zu akzeptieren, das Existenzrecht des Inselstaates anzuerkennen.
Das klingt lächerlich und ist doch vergleichbar.
Die Forderung Israels, in seinem Existenzrecht anerkannt zu werden, ist - wie die Apartheid-Mauer - ein alarmierendes Zeichen der historischen Selbstaufgabe.
Israel spielt sich im Nahen Osten als einzige regionale Atom-Waffen-Macht auf und bettelt gleichzeitig um Anerkennung durch die Schwächsten der Schwachen?
Die ständig damit verbundenen Drohungen können über diese erbarmungswürdige Machtpolitik Israels nicht hinweg täuschen.
Hamas mag nun zufrieden sein, auf solche Art und Weise vom ärgsten Feind umworben zu werden.
Indessen - statt einer gemeinsamen Demokratie! - neben Israel und Jordanien einen dritten Staat in Palästina anzustreben, ist ebenso geschichtswidrig wie alles, was wir bisher in dieser Sache kennen gelernt haben.
Bleibt dennoch zu hoffen, daß aus den - wenn es denn sein soll - künftigen drei Staaten irgend wann eine vernünftige, allseits tragfähige Konföderation oder - besser - Föderation sich bilden werde?