2006-01-30
Eine neue Situation in Europa?
Im Konflikt mit dem Iran und Palästina macht sich Deutschland zum Handlanger und Lautverstärker Israels
Bundesland David?
Die neue Situation ist da, auf das Fragezeichen kann getrost verzichtet werden.
Auf seltsame Weise nimmt Deutschland bereits vorweg, was der iranische Präsident Ahmadinedjad im Sinn hat.
Die Holocaust-Konferenz, deren Ergebnis völlig offen ist, soll im kommenden Frühjahr beginnen und wird sich wahrscheinlich über Jahre hinziehen.
Es ist bereits an eine zweite Konferenz gedacht:
Wenn die erste bestätigt, daß Deutschland 6 Millionen Juden umgebracht hat, muß es dafür bestraft werden.
Über Form und Maß der Strafe soll in einer zweiten Konferenz beraten und beschlossen werden.
Zum Inhalt der Strafe, so viel steht schon fest, wird die territoriale Frage:
Deutschland muß einen Teil seines Landes für die Bildung eines jüdischen Staates in Europa abgeben.
Dagegen wehrt sich die deutsche Bundeskanzlerin vehement.
Angela Merkel hat bei ihrem Israel-Besuch nicht die «schurkische» Politik Israels kritisiert, sondern die Gelegenheit wahr genommen, sowohl Hamas als auch den iranischen Präsidenten politisch zu eliminieren.
Beide - Hamas und Ahmadinedjad - wurden mit überwältigenden Mehrheiten gewählt, sind also demokratisch legitimiert - mehr als die knapp ins Kanzleramt gelangte Angela Merkel.
Ihre Worte, daß Hamas - wie Hamas sich darstellt und die Wahl gewonnen hat - für Deutschland und Europa «nicht akzeptabel» sei, sind eine Beleidigung des palästinensischen Souveräns, des Volkes von Palästina.
Die deutsche Kanzlerin hat den Iran als eine «Bedrohung nicht nur Israels, sondern der gesamten demokratischen Welt» bezeichnet und damit wiederum einen Souverän - diesmal das iranische Volk - zutiefst gekränkt und verleumdet.
Der Besuch Israels wäre eine Gelegenheit gewesen, dessen staatsterroristische Palästinapolitik an den Pranger zu stellen, es an die Fürsorge-Pflicht einer Besatzungsmacht zu erinnern, zu ermahnen, die Kriegsdrohungen gegen den Iran einzustellen und die seit Jahren und Jahrzehnten anstehenden zahlreichen - Israel betreffenden - UN-Resolutionen endlich zu erfüllen.
Wenn Deutschland indessen bereits heute - über Politik und Medien - sich für die Interessen-Politik Israels stark macht, indem es deren Denk- und Sprachregelungen übernimmt und verbreitet, handelt es vorweg im Sinne der zu erwartenden Bestrafung.
Ein notorisch bestraftes Deutschland wird - akzeptabel oder nicht - für jeden deutschen Normalbürger und die übrige Welt als «Davidsland» erkennbar.
Deutschland hat vorerst zwei Möglichkleiten:
Die Deutschen werden zu den «Davidischen» in ihrem Namen, oder die Davidischen Israels machen sich das Land der Deutschen untertan.
Auch an ein davidisches/deutsches Bundesland Israel wäre zu denken.
Vielleicht schon bemerkenswert, daß sich der iranische Rundfunk in seinem hebräischen Programm «Qol David» nennt: Stimme Davids.
Für Nachdenkliche bleibt noch das - alternative oder ergänzende - Modell eines Vereinigten Palästina.