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Qimosh - The New Qomish

Wo lassen Sie denken · Où laissez-vous penser? · Rent a brain…

2006-03-25

Horst Calx

Deutschlands Kriechertum endet am Ball

Warum die schlechten Verlierer?

Und immer wieder dieser wie selbstverständliche Rassismus.

Oft neiden die Farblosen den Farbigen die Ballkunst und die Farbe.

Nazis sprechen von einer «Vernegerung des Fußballs».

Fußball ist Krieg, in seinem Umfeld-Faschismus viel «deutscher» (und «britischer»)... und damit unbedeckt «ehrlicher», gefährlich «authentischer» als die politischen Auseinandersetzungen.

«Und wir siegen doch!»...

Auf Motor-Rennstrecken sind die Deutschen nur Gewinner, erste, dritte, sechste oder zwölfte Gewinner... - doch niemals Verlierer.

Auf dem Bildschirm lernen wir den ersten Gewinner nur kennen, wenn er zufällig Deutscher ist, sonst bleiben die Ersten ausgeblendet.

Wenn Deutsche verlieren, sind nicht die andern die Besseren gewesen, nein, wir spielten gegen die Sonne, der Rasen gab nach, so rutschten wir aus... - eine nationale Tragödie, die im Bundestag aufgeführt werden müßte oder vor ein Gericht gehört.

Auch Korruption ist eine Rutschbahn, doch so was sagt man nicht.

Ein Trainer der Nationalmannschaft ist kein Privatmann, sondern der offizielle Vertreter - quasi Edel-Funktionär - seines Staates.

Deutschland wird wieder Preußen, und Preußen ist Staat, ist perfekt.

Im hochklassigen Berufssport ist Deutschland siegreich wie in «allerbesten» Zeiten.

Hochleistungsträger sind Großkopfeten, Obere Klasse und Millionäre.

Wer verliert, hat sich zu verantworten.

Oberklasse trägt Verantwortung, nicht daß sie auch noch zahlen sollte.

Deutschland (!) hat den Krieg verloren und muß dafür grade stehen.

Wo es nicht mit rechten Dingen zuging, bleibt die Niederlage dennoch eine Niederlage.

Verrat im Spiel ist Teil der souveränen Unzulänglichkeit.

Über die Hintertreppe gehen Entscheidungen in die Geschichte ein.

Bleibt ein Land auf seinen Waffen sitzen, weil, was eine Waffe erst zur Waffe macht, auf einem vergessenen Abstellgleis stehen blieb, lachen die Feinde sich ins Fäustchen.

Man kann Siege fröhlich erringen oder in den Schoß gelegt bekommen.

Der Zweite Weltkrieg war kein fröhliches Jagen, auch wenn im nachhinein manches zum Schmunzeln Anlaß gibt.

Da sitzt der Führer - «Größter aller Zeiten!» - in seinem Bunker, erteilt Befehle, und niemand führt sie aus.

Dinge, die zusammen gehören, kommen nicht mehr zusammen; wer so was einfädelt, gewinnt oder verliert den Krieg ohne weitere Gewaltanwendung.

Die herkömmlichen Kriegshandlungen werden zu Nebenspielen, die nichts mehr entscheiden.

Intelligence hat, glaube ich, die Kriege gewonnen.

Auch auf den Rennstrecken und Fußballfeldern.

Das gibt der «Rassenfrage» einen neuen Aspekt, denn wer verliert, ist immer der Dumme.

Darum so viele schlechte Verlierer.

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