2006-03-06
Mit leeren Händen vor einem leeren Haus
Es sind meine Hände und das Haus fremder Leute.
Ich komme mit leeren Händen und leeren Taschen, betrete ein leeres Haus und soll nun was draus machen.
Ein Wunder muß geschehen, wo alles in die Binsen geht, ins Flüstern der Geister.
Sind Binsen dem Tode so nahe gepflanzt?
Das leere Haus bleibt zurück, doch Sterbende sterben gewöhnlich in und aus eingerichteten Häusern.
Hat einer alles verkauft, ist einer ausgeraubt worden, vom Gerichtsvollzieher?
Alles auf die Kante hauen und verschwinden, ist Lebensart, ich meine, wer so was tut, hat Stil.
Er hat Mut, keine Angst vor dem, was er nicht weiß, was aber kommt.
Ohne Geld, ohne Geld, denn keine Kunst ist es mit Geld, über den eigenen Schatten zu springen.
Es ist also gar nicht, was kommt, sondern wohin ich gehe, ein Ziel bestimmt den Weg?
Was interessieren mich Ziele, da ich den Weg nicht kenne, das fasziniert mich.
Die Metaphysik der Überraschungen, welche an jeder Ecke lauern, bleibt mir eine der überraschenden philosophischen Entdeckungen.
Leere Hände vor einem leeren Haus gibt es nicht.
Hände sind nicht leer, sie sind gezeichnet, jedes Haus hat einen Charakter, der in der Leere zum Vorschein kommt.
Im leeren Haus wandeln die Seelen der Ausgezogenen.
Das von den Seelen verlassene Haus mag noch möbliert sein, es steht doch so leer, wie ein ausgeräumtes Haus niemals sein kann.
Wer es nicht weiß, den macht es nicht heiß, bemerkt das Sprichwort.
Viel Glück liegt auf dem Vergessen, denn wer nicht vergessen will, wo nicht vergessen wird, dem sitzt am Ort das Verhängnis im Nacken.
Der Reiz des leeren Hauses beruht auf dem wortlosen Versprechen, dem Anspruch auf Leben.
Wo Kinder die Toten aus dem Gedächtnis verjagen, da sind die Dinge offenbar gerecht verteilt.
Das ist eine Binsenweisheit zwischen Leben und Tod.