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kokhaviv publications

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Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2006-04-04

Sam Wonder

Angekommen, irgendwo angekommen

Irgendwo treffen wir uns wieder

Irgendwo denken wir darüber nach, was uns zugestoßen in diesen Jahren.

Wir sind wieder auf Wanderschaft, die Seßhaften haben uns nachts aus den Betten geholt und in einer halben Stunde aus der Wohnung und dem Land gejagt, wo unsere Kinder und Kindeskinder geboren wurden und aufgewachsen sind, sie haben nichts anderes kennen gelernt.

Das ausländer-freundlichste Land der Welt wird über Nacht zum partiellen Polizeistaat.

Die unkritischen TV-Begleitungen solcher Überfälle auf schlafende Bürger bereiten psychologisch vor, was wir noch nicht beschreiben und definieren können, wenn wir uns nicht einfach nur an Vorgänge in den schlimmsten Zeiten unserer Geschichte erinnern wollen.

Die zunehmende Kriminalisierung der illegalen, lange Zeit unauffällig geduldeten Zuwanderer ist nicht nur ein deutsches Ereignis, auch in den Vereinigten Staaten kommen bislang undenkbare Maßnahmen zum Zuge.

Das sind immerhin markante Zeichensetzungen in der Atlantischen Gemeinschaft, wo der Krieg gegen den Terror so ganz nebenbei ordnungspolitisch gegen alles genutzt wird, was den sitzfesten Westlern (und Ostlern) schon lange im Magen lag.

Jetzt wird rausgeschmissen, und irgendwo muß man ja anfangen.

So mit den Zigeunern, die nicht bei ihrem ehrenwerten Namen, sondern Roma oder Sinti genannt werden mußten, wenn man sich nicht der indirekten Volksverhetzung schuldig machen wollte.

Sie kriegen demnächst am Berliner Tiergarten, gleich gegenüber dem Holocaust-Denkmal, eine besondere Gedenkstätte zur Ehrung der von den Nazis Vertriebenen und Ermordeten.

Deren Nachfahren erleiden nun ein ähnliches Schicksal.

Die abschreckende Wirkung solcher Reportagen ist ein Teil der Polizeioperationen selbst.

Die psychologische Vorbereitung spielt auf vielen Klavieren - an renitenten Schulen, in Ausländerheimen, in dunklen Ecken der Städte, denn das Wenigste bekommen wir davon zu sehen.

Auffallend ist die weit gehende Übereinstimmung der Abschiebe-Praxis mit den Plänen der NPD.

Die Bundesrepublik setzt eine Ordnungspolitik durch, die bei der NPD abgeguckt sein könnte.

Die bislang nicht wirklich ernst genommene NPD hat mit ihrer «Dresdner Schule» inzwischen eine theoretische Grundlage geschaffen, auf der sie der Bundesrepublik den ideologischen Krieg erklärt.

Die Bundesrepublik, wie wir sie heute kennen, ist darauf nicht vorbereitet, und ihre Polizei-Aktionen richten sich längst nicht mehr gegen diese nationalistischen Tendenzen, sondern treiben sie kräftig voran.

Der Mannheimer Zündelprozeß ist ein wichtiger Eckstein im neuen NS-Gebäude, von dem die deutsche Öffentlichkeit nur wenig erfährt.

Auch Gerhard Schröders Rußland-Geschäfte sind hohe nationale Politik im Sinne seines alten Freundes und Mandanten Horst Mahler.

Schröder mußte offenbar vor der Zeit sein Kanzleramt niederlegen, weil die politischen Termine drängten.

Sein Umgang mit dem kritischen Wort gegen das Gasprom-Rußland-Engagement läßt Böses befürchten.

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