2006-12-22

Avram Kokhaviv

Wann endlich?

Aber nie!

Wann endlich werden die reichen Parasiten zur sozialen Verantwortung verpflichtet?

Wann hängt unsere Wertetafel endlich wieder so gerade an der Wand, daß kein Ministerpräsident es wagen darf, ein verstörtes Menschenwrack zu beschimpfen und herab zu würdigen?

Henrico Frank ist kein Held und kein Clown, sondern eine Prüfung, die Prüfung an der Ecke, wo jeder vorbei kommt und daran gemessen wird zum Jüngsten Gericht, wie er sich verhielt, als er den sah, an den er sich später nicht gerne erinnert.

Nicht Henrico Frank, sondern Leute wie Kurt Beck sind eine Schande für unser Land.

Vertreter einer Leitkultur, die wie der Leichenfetischist Gunther von Hagens oder die obszönen Knochenspieler der Bundeswehr in Afghanistan sich einen Namen machten - als Gespenster aus einer anderen Welt.

Ein - «gewählter»! - Partei- und Regierungschef, der einen armen und kranken Menschen öffentlich beleidigt und anprangert, hat seinen politischen, moralischen, gesellschaftlichen Kredit verwirkt.

Aber wir sind in Deutschland, wo dieser unglückselige Politiker von den Ärmsten der Armen noch beglückwünscht wird.

Die werfen dem Frank Dreck nach, eine geschmacklose Presse giftet schamloser als ohnehin schon gewohnt.

Das asoziale Verhalten liegt bei allen, die dem Henrico Frank nicht zur Hilfe kamen, sondern in den Chor der Schimpfer und Schänder einstimmten.

An diesem jungen, sichtlich hilflosen Mann hat sich ein Volk versündigt.

In Frankreich verlassen Arbeitslose freiwillig ihre Wohnungen, gesellen sich den Obdachlosen zu, demonstrieren ihre gemeinsame Klassenlage...

In Deutschland trampeln die Kleinen auf den Kleinsten herum.

In eingebloggten Kommentaren zeigen Internetleser ihren bundes-nationalen Charakter.

Unkultur ist die Leitkultur der Deutschen unserer Tage.

Ihr reißerischer Leitwolf ist das deutsche Staatsoberhaupt - «Präsident auch der Verlierer», der noch tiefere Schnitte in die Lebensfäden des systematisch in Armut gekippten Volkes fordert.

Dieser Mann, Horst Köhler, beschädigt nicht nur das Amt und seinen Ruf, sondern das ganze Land.

Zögerlichen Politikern bringt er den anti-sozialen Schneid bei, als gehörte Zivilcourage dazu, die Armen und Getretenen noch ärmer zu machen und tiefer zu treten.

«Ein Rest Erbsensuppe gefällig?» - das ist der heurige Präsident «aller» Deutschen.

Ich prophezeie dem Lächler mit dem Glanz in den Augen keine ruhige Nacht mehr.

Mit seiner Hilfe werden die Räuberischen und Unverschämten räuberischer und unverschämter.

Das hat Methode und Intention.

Wohin fährt der Zug?

Für einen Sozialismus gibt es keinerlei Anzeichen, die deutsche Linke ist ausgetrocknet, hat vorgesorgt und gehört zu den «Besserverdienenden».

Die politischen Kräfte, die sich von dieser - «unbegreiflichen» - Entwicklung etwas versprechen können, sind die Nazis, die neuen Nationalsozialisten.

«Geächtet» wie Heinrich der Franke.

Die Deutschen haben offenbar - auf nicht allzu weite Sicht - die Wahl zwischen sozialen und anti-sozialen Nationalisten.

Stets bot der Faschismus diese Varianten.

Seine «feinsinnigen» Verfechter bestehen auf mittelständischer Basis.

Der «Nationalsozialismus» war ihnen zu plebejisch.

Subjektive Einschätzungen werden allgemein propagiert und bestimmen das Wahlverhalten.

Ein paar Ausnahmen bestätigen die Regel.

Unser Augenmerk richtet sich auf die Erhaltung bzw. Wiedererkennung demokratischer Sitten, Grundrechte und Freiheiten - für alle und jeden.

© Copyright 1999 - 2011 kokhaviv publications