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Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2006-12-01

Avram Kokhaviv

Blutrechtsquelle Chaos

Marsens Rückseite und wahres Gesicht

Ob Mittel-Europa oder Mittel-Ost

Der Nachblick, wenn alles vorbei zu sein scheint, ist der Ertrag des Krieges.

Die Gewinner lernen die Enttäuschung kennen, den Unterlegenen überrascht, daß er noch lebt.

Wer nicht den Krieg gewann, fühlt sich elend und schuldig.

Die Sieger holten die Kastanien aus dem Feuer und wissen, daß sie die Begünstigten nicht sind.

Der kleine Verlierer genießt jede Niederlage, die er sich schlimmer ausgemalt hatte.

Der kleine Gewinner ist aber der zweite Verlierer.

Die überlebenden Söhne des Rittergutsbesitzers haben gute Gründe, ihrer gefallenen Brüder in Treue zu gedenken, deren Erbteil jetzt ihnen zu kommt.

Der Arbeitersohn verpaßt diesen Heldentod regelmäßig.

Wie schön, Blut fürs Vaterland zu vergießen, wenn das Land da ist, und der Vater, wie er im Grundbuch steht.

Der zur Arbeitslosigkeit verdammte Kriegsinvalide hatte nie etwas zu gewinnen und auch nichts zu verlieren.

Der Krieg ist der Vater der jenigen Dinge, die ganz geblieben oder aus Steuermitteln ersetzt worden sind.

«Lastenausgleich» erhalten nicht die Träger, sondern die Rechtsträger der Lasten.

Kein ostpreußischer Gutsbesitzer hat nennenswerte Verluste erlitten.

Darüber nach zu denken, bringt das Böse an den Tag.

Die materielle Qualität des Krieges wirft lange Schatten, und du siehst nur, was alle sehen, wenn die Nacht vorbei ist.

Helden sind vorn, sind die Frontseite des Krieges.

Die Deutschen sollen wieder werden, was sie immer waren: schlagende und geschlagene Ritter.

NATO ruft, Verbündete trommeln, sterbt und tötet mit uns, schlachtet, vergewaltigt, foltert... - entmenscht euch wie wir.

Wir haben es von euch gelernt, ihr seid unsere Meister und Muster, die tapfersten Krieger aller Zeiten.

Deutsche, kommt wieder zu euch, werdet, die ihr insgeheim doch geblieben seid.

Krieger sind das Saatgut aller Dinge, ihr Blut gibt dem Boden die richtige Farbe.

Vergeßt euer Recht, denn ihr seid in der Pflicht.

Vergeßt die Schande, die den Vätern und Müttern und ihren Töchtern, euren Brüdern und Schwestern angetan wurde, die ererbte Erniedrigung, vergeßt den Dreck, durch den eure gemeinsame Ehre gezogen wird bis zum Jüngsten Gericht.

Ihr Söldner und Fremdenlegionäre, ihr peinliche Nachgeburt.

Ihr, mit euren Vätern und Vorvätern, Überlebende des Bombenterrors, der Vertreibungen und Vergewaltigungen, Flüchtlinge, Zugewanderte, Berliner jedweder Herkunft!

Sklaven, Geduldete, als eure HerrInnen und AntreiberInnen mit euch vertrieben wurden, habt ihr noch ihre Pferde versorgt, ihre Kisten und Koffer geschleppt, als sie nichts mehr hatten, hatten sie immer noch tausendmal mehr als ihr jemals euer eigen genannt, habt sie bedient, auf euren Lohn verzichtet, treu, wie ihr wart, bis zum Tage X, da sie euch endlich zum Abfall warfen.

Hättet ihr Gottes Pfeffer im Blut, ihr würdet das Land, aus dem ihr gejagt, das immer jenen gehörte, deren Knechte ihr wart, das Land, das ihr liebtet, würdet ihr euch holen, aneignen, ihr würdet darum kämpfen.

Klassen-Denken ist Gottes-Recht!

Der Gott vom Sinai - Allah, nicht Karl Marx - ist der Leuchtturm für die Befreiung der Sklaven.

Erstmals stellen die Vertriebenen Hagar und Ismael die Klassenfrage im Haus Abraham.

Hagar - die Magd Sarahs - ist die einzige Frau in der toranischen Geschichte, zu der Allah unvermittelt spricht.

Die ihr und ihrem Sohn Ismael in der Wüste gegebenen Verheißungen haben sich erfüllt.

Das Schicksal der Palästinenser aber ähnelt dem bisher ungesühnten Geschichtsfrevel an den Sudetendeutschen.

Beider Rückkehr-Recht ist ein Menschen-Recht.

Vertreibungsbefehl

Edward BENESCH, 1945 selbsternannter Staatspräsident der CSR, sagte in einer Versammlung in TABOR am 3. Juni 1945:

Ich erteile allen NARODNY VYBOR* strengen Befehl, unseren Leuten im Grenzgebiet Platz zu verschaffen. Werft die Deutschen aus ihren Wohnungen und macht den unsrigen Platz!

Alle Deutschen müssen verschwinden!

Was wir im Jahre 1918 schon durchführen wollten, erledigen wir jetzt!

Damals schon wollten wir alle Deutschen abschieben. Deutschland war aber noch nicht vernichtet und England hielt uns die Hände, jetzt aber muß alles erledigt werden!

Kein deutscher Bauer darf auch nur einen Quadratmeter Boden unter seinen Füßen haben, kein deutscher Gewerbetreibender oder Geschäftsmann darf sein Unternehmen weiterführen!

Wir wollten das auf eine etwas feinere Weise zur Durchführung bringen, aber da kam uns das Jahr 1938 dazwischen. All dessen muß sich jeder NARODNY VYBOR bewusst sein und rasch handeln!

Der Öffentlichkeit muß ich noch bei den «Drei Großen» die Bewilligung einholen, aber das ändert nichts mehr, denn es ist schon alles beschlossen.**

Doch merke: Berlin, Dresden, Ismael und die Sudeten, Aussig, Schlesien und Ostpreußen... - Kinder des Krieges - sind nicht tot, sie schlafen - wachen tief in der genetischen Erinnerung...

Getrieben aus einer Abhängigkeit in die nächste.

Gebombt, gesprengt, gephosphort, geplündert, deportiert, gejagt, entrechtet; geflohen von Not zu Not...

Unser Leiden ist nicht verbrieft.

Unsere Verluste überwiegen, was alte und neue Ausbeuter bejammerten; doch wir blieben still, dankbar, die Prüfung bestanden zu haben.

Gib Pfeffer, Großer Gott, uns wie deinen heiligen Kriegern!

Und allen unbefreiten Sklaven-Kindern des Krieges, der Hagar und ihres Sohnes Yishmael, des wahrhaft Ersten Abrahams!

Für meine anno 1945 unter einer Horde Rotarmisten in Berlin-Moabit verblutete Cousine Friedchen Braasch.

* Národni Výbor = Volksausschuß

** Quelle: http://jaegerndorf-sudetenland.de/aktuelles.php3

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