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Wo lassen Sie denken · Où laissez-vous penser? · Rent a brain…

2006-04-02

Felix Pech

Städtische Wildnis ist kein Ersatz

Für eine neue - die altbewährte und richtige! - Pädagogik

Eine von ihren Lehrern verlassene Schule schreit um Hilfe und nach der Polizei.

Unfähige Pädagogen wollen darauf hin das ganze Schulsystem ändern.

Überforderte Politiker reiten auf «Null Toleranz» und polizei-staatlichen Maßnahmen.

Eine Stadtpolitik systematischer Ghettoisierung der alten Arbeiterbezirke - Kreuzberg, Neukölln und Wedding - gerät in Panik, weil Konflikte jetzt auch dem Dümmsten sichtbar werden.

Für mich ist die Integration nicht gescheitert, sondern gelungen.

Wir leben gut mit einander, und ich sehe keinen Grund, das zu ändern.

Wenn es in Berlin eine Schwierigkeit gab und in manchen Bezirken wahrscheinlich nach wie vor gibt, dann ist und war es die typische deutsch-berlinische Menschenfeindlichkeit, wie wir sie seit alters kennen.

Das ist mit der bunten Zuwanderung besser geworden.

Wir verstehen uns gut, auch wenn wir sprachlich oft an einander vorbei reden, was die Kommunikation nicht stört, sondern natürlich belebt.

Die ausländischen Kinder brachten nicht jene neuen Probleme ins Land, sie haben die Problematik einer falschen Pädagogik in Deutschland beleuchtet.

Seitdem bolzen sich die Jungens auch wieder auf deutschen Schulhöfen.

Ein verdrehtes Menschenbild war nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, als approbierte Psychoanalytiker und Soziologen die akademische Meinung verbreiteten, daß die beiden Weltkriege auf den deutschen autoritären Nationalcharakter zurück zu führen seien.

Nicht objektiv nachweisbare Ursachen, internationale Interessenlagen etc. pp. hatten die Kriege hervor gerufen; allein die Deutschen waren schuld, so daß sie nur noch umgemodelt werden mußten, um für alle Zeit den Frieden zu sichern.

Es fing damit an, daß den Eltern - und damit den Erziehern und Lehrern - das Naturrecht (!) der Erziehungsgewalt - weggenommen wurde.

So ging - kraft staatlicher Politik - das innerfamiliäre Gewaltrecht scheinbar auf die Kinder über, die es nun ihrerseits auch gegen Erwachsene - Eltern, Lehrer, Autoritäten jedweder Art - anwandten.

Die Gesetzgebung sorgte für eine allmähliche Kriminalisierung jeder - legitime Gewalt implizierenden - Erziehungsberechtigung und somit für eine Verfeindung der Generationen.

Die antiautoritäre Erziehung war ja im Kern richtig und vernünftig, nur durfte sie niemals als antiautoritativ mißverstanden und schließlich mißbraucht werden.

Die sozialen Folgen waren voraussehbar und wurden vorausgesehen, wenn auch nur am Rande der Hauptströmung öffentlicher Diskussion.

Intendiert war - offiziell - eine entschieden anti-deutsche Volkspädagogik, was man vielleicht in dieser letzten Konsequenz nicht von vornherein durchschauen konnte und wollte.

Unsereins wehrte sich lange gegen die Vorstellung, daß die Deutschen in ihrer nationalen Natur - ihrem Volkscharakter - zur allgemeinen Korrektur - einer sozial-politischen Therapie zum «Abbau von Aggressionen» - freigegeben worden waren.

Die Erziehungsdiktatur richtete sich in der Tat gegen die erwachsenen, ihrem Reifestand nach mündigen Deutschen.

Die «antiautoritäre» Pädagogik spielte die Kinder kaum zufällig gegen ihre offiziell entmündigten Eltern und Erziehungspersonen aus, so daß man sich nicht wundern muß, wenn das Resultat mittlerweile auf die Initiatoren dieser sträflichen Erziehungs- und Schulpolitik zurück schlägt.

Nicht das Schulsystem, sondern die verderbte Pädagogik gehört auf den Müll.

Ein authentisches - wahres, in sich wahrhaftiges - Menschenbild hat mit Systemmängeln keinerlei Schwierigkeiten.

Die Kinder wollen und müssen ernst genommen werden - von Lehrern und Erziehern, die ihrerseits wieder ernst genommen werden können.

Das Naturrecht der erzieherischen Gewalt gehört dem Prügel-Staat aus der Faust geschlagen und an die neu zu respektierenden Eltern zurück gegeben.

Das - auch erzieherische - Gewaltmonopol des Staates ist ein Hohn auf die offene Gesellschaft freier - für sich und ihre Familien verantwortlicher - Bürger.

Ein Staat, der seine Bürger - ob alt oder jung - nicht zu schützen vermag, nimmt sich - widerspruchslos - ein Monopol heraus, das die Menschen wie geduldige Schafe erscheinen läßt.

Nur der ärgste Feind tut einem das an, nur der erfolgreich Entmündigte und Entmannte läßt es sich bieten.

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