2005-02-18
Alles andere als was wir glauben sollen
Hinter den Bergen eine neue Parteienlandschaft
Das Theater um den sogenannten Rechtsextremismus der NPD verhüllt zunächst, was wahrscheinlich im Kommen ist.
Man braucht nur die Blicke auf die Fischer-Krise der Grünen zu richten, um zu verstehen, womit die Bundesrepublik schwanger geht.
Die außen-, wirtschafts- und ordnungspolitischen Vorstellungen der NPD entsprechen gewissen «objektiven» - geopolitischen - Gegebenheiten im Widerspruch zur Interessenlage der sich globalisierenden «Finanz-Wirtschaft», die momentan weltweit das Sagen hat.
Andererseits steht der - herkömmliche Ost-Grenzen aufweichende - «globalistische» Deutsche Joschka Fischer strategisch starken geo-politischen - eurasischen - Gegen-Tendenzen im Wege.
Die russische Politik setzt auf ein Deutschland des stillen Eurasien-Politikers und Bundeskanzlers Schröder - nicht aber Fischers.
Der eurasischen Strömung in Rußland gilt Fischers Politik, die sich an westliche Vorbilder hält, als kontra-produktiv.
Hingegen ist die Außenpolitik von NPD und DVU klar und eindeutig - anti-west-kapitalistisch - auf Rußland fixiert.
Wenn meine Theorie stimmt, daß Putins Rußland in Europa und insonderheit Mitteleuropa bereits kräftig mitmischt, ohne sich direkt zu erkennen zu geben, dann ist mit einer neuen Parteienlandschaft zu rechnen, in welcher Fischers Grüne der NPD/DVU - beziehungsweise deren Politik - Platz machen müssen.
Demnach wäre die augenblickliche Aggressivität gegen die Rechtsextremisten eine taktische - zeitlich befristete - Ablenkung vom Wesentlichen der geopolitischen Weichenstellung.
Rußland steht in dieser Frage nicht allein: auch Amerika ist - implizit, aus Furcht vor der virtuellen Macht Deutschlands, vom Globalismus abweichend - an einer systematischen und nachhaltigen Verhinderung «Europas» interessiert.
«Europa» als €-gefällige Währungs- und Freihandelszone - legal oder illegal, was darf's denn sein, Visa hin, Visa her... - aber ja!
«Europa» jedoch als politische und militärische Macht?
Niemals!
Die sogenannte «Politik gegen Rechts» ist ein plattes Täuschungsmanöver; die verbal unerbittlichsten Feinde der Rechten betreiben nämlich deren Rußland-Politik.
Die Frage bleibt lediglich, in wessen Namen diese Politik über die eurasische Bühne gehen soll.
Dabei ist nicht nur an NPD, DVU und SPD, sondern auch an den grünen Umwelt-Minister Trittin zu denken, der mit seiner am russischen Erdgas fest gemachten Energie-Politik besagten «Eurasia»-Boden schon von langer Hand bereitet hat.