2005-02-13
Firlefanz eigentlich nicht
Die deutschen Belange sind kein Firlefanz, auch wenn viel Sums um sie gemacht und kaum Klarheit erlangt wird.
Ich wundere mich, daß in den aktuellen nationalen Bekundungen nirgendwo von Friedensvertrag und Feindstaatenklauseln die Rede ist.
Dabei ist alles schräge Verhalten der «politischen Klasse» ohne weiteres, wenn nicht ausschließlich aus diesen Tatsachen und Umständen zu erklären.
Natürlich steht die etablierte Demokratie in Deutschland unter Druck, und natürlich sind die Würgemale an unseren Grundrechten und Freiheiten keine Fata Morgana, sondern, wie man heute sagen könnte, «Kollateralschäden» der fortdauernden Kriegssituation.
Wir reden über Dresden und müssen uns sofort wieder Zurückweisungen gefallen lassen, führen dies aber nicht auf den - anhaltenden - Zustand der «bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht» zurück.
Die schadhafte Rechtslage kommt aus unserer Verlorenheit, aus der hoffnungslosen Lage des Kriegsverlierers, der bedingungslos alles über sich ergehen lassen muß, was seine Feinde ihm antun.
Seit dem Ende des «Kalten Krieges» wird Deutschland nicht mehr gebraucht, jetzt kann mit ihm wieder umgesprungen werden wie anno 1945.
Wenn die geschichtliche Wahrheit uns frei macht, so müssen wir sogleich feststellen und nach außen akzeptieren, daß die ganze Wahrheit uns nicht gestattet ist, wir also unter solchen Umständen niemals frei sein werden.
Wir können nicht mildernde Umstände anführen, weil wir keine Bedingungen zu stellen haben.
Ohne Friedensvertrag sind wir nur scheinbar frei, nur scheinbar würdig, nur scheinbar in unser Recht gesetzt, in Wahrheit jedoch - auch wenn wir als Menschen niemals kapitulierten - rechtlose Kapitulanten.
Bedingungslos Entrechtete mit der Zugabe einer immer währenden «freiwilligen» Selbstentrechtung.
Ich sage das nicht als übermäßig Nationalbewußter, sondern als eher mit einem Bein außen Stehender, der es nicht ertragen kann, daß das Volk der Deutschen täglich von etablierten «Volksvertretern» seine historische Rechtlosigkeit zudiktiert erhält.
Die durch die politische Funktionsträgerkaste reklamierte Selbsterniedrigung der Deutschen ist eine historische Schande, von der sich das Volk nicht erholen kann.
Denn wer sich nicht wehrt, lebt nicht nur verkehrt, er verliert auch jede Achtung...
Von Selbstachtung gar nicht mehr zu sprechen.