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rebird - Deutschlands Kurier

Beiträge zur demokratischen Eroberung

BAYERNKURIER Jahrgang 56, Ausgabe Nr. 16

23. April 2005

Walter Mixa, Bischof von Eichstätt

Der profilierteste Theologe der Gegenwart

Mit großer Freude und innerer Anteilnahme habe ich die Nachricht aufgenommen, dass Joseph Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt wurde. Wir in Deutschland und gerade auch in Bayern können stolz sein, dass jemand aus unserer Heimat sich weltweit derartige Anerkennung erworben hat und zu diesem Amt erwählt wurde.

Das mit 115 Kardinalen größte Konklave der neueren Geschichte hat sich in sehr kurzer Zeit für den wohl profiliertesten Theologen der Gegenwart als Papst entschieden. Ich bin überzeugt, dass diese Wahl überlegt und vom Heiligen Geist geleitet war.

Ich selbst kenne Joseph Ratzinger seit vielen Jahren: Erstmals begegnete ich ihm, als ich 1968 als damaliger AStA-Vorsitzender der Hochschule in Dillingen ihn zu einer Diskussionsveranstaltung einlud.

Damals wie bei zahlreichen weiteren Begegnungen mit dem Hochschullehrer, Erzbischof und Kurienkardinal Ratzinger war ich jedes Mal beeindruckt von dessen Bescheidenheit, Offenheit und zugleich überragender fachlicher Kompetenz. Bewundert habe ich auch, mit welch herzlichem Einfühlungsvermögen Kardinal Ratzinger als Dekan des Kardinalskollegiums den Gottesdienst zur Beisetzung des Heiligen Vaters Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz geleitet hat.

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt – die einzige ihrer Art im deutschen Sprachraum – ist dem neuen Papst besonders verbunden: Als einem ihrer bedeutendsten Freunde und Förderer verlieh sie ihm bereits 1987 die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät.

Jeder Papst setzt seine eigenen Akzente. Sicher aber wird Papst Benedikt XVI. das Erbe von Papst Johannes Paul II. in dessen zentralen Anliegen aufgreifen: nämlich die geistliche Erneuerung der Kirche nach innen ebenso wie die Neu-Evangelisierung im Geist einer missionarischen Kirche.

Wie sein Vorgänger ist der neue Papst jemand, der keine oberflächlichen Parolen verkündet oder sich in blassen Phrasen ergeht, sondern einer, der im Blick auf Jesus Christus etwas zu sagen hat auf die Fragen unserer Zeit.

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