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kokhaviv publications

Qimosh - The New Qomish

Wo lassen Sie denken · Où laissez-vous penser? · Rent a brain…

2005-12-30

Hakal

Und jenseits der Flüsse

Ans andere Ufer der Donau, nicht, ohne eine Weile mit dem Strom zu schwimmen.

Die Elbe abwärts kraulte ich zum Brückenbogen, flog drüber hinweg, an Bodenbach vorbei.

Die Bache hat einen Namen.

An der Lausur ein Steg, ein Haselnußstrauch, ein verwunschener Qimosh.

Geschnittene Pfeile, Pfeifen, Sprünge von Stein zu Stein, wie an der Küste von Chaifah.

Das Böhmische Niederland war der wandernden Seele Moos unter den Blättern.

Meine Heimaten halten nicht lange.

Meine Heiterkeiten kommen und gehen.

Qimosh ist aber der brennende Dornbusch.

Durchs Strombett waten mit dem Gedanken an Alarich, den die Goten bei Cosenza beweinten, «ihres Volkes besten Toten», wie es bei August Graf von Platen (1796-1835) - Das Grab im Busento - heißt.

Münzen für den Fährmann auf den Augen.

Ich lachte über den Germanen-Zirkus, das war nicht mein Leben.

Ich habe kein Land, keinen Stamm, kein Volk, bin weder Germane noch irgend einer vom Troß.

Das principium individuationis ist mein Gesetz.

Ich habe keine Geschichte.

Mythos hat sie überlebt, wie alle «Geschichte».

Den Anfang und das Ende.

Bleibendes Wissen, eh es begann.

Warnsdorf und Seifhennersdorf stellen mit deutsch-tschechischen Bauprojekten den alten Grenzverkehr wieder her.

Meine Sicht ist subkutan, untüchtig und zeitlos, nicht unternehmerisch.

Überall und nirgends daheim.

Wechselnde Seelenorte sind mir gestohlen, zerstört, ich werde vertrieben und fremd.

Und ich fasse es nicht.

Zigeuner flüchten, wo Hand angelegt wird, um «die Welt zu verändern».

Wo die Zigoyim sich nicht mehr heimisch fühlen.

Ich bin kein Zigeuner, denn mir fehlt das Volk.

Meine Rückkehr ins Paradies wäre eine große Enttäuschung.

Monaden erinnern die ersten und letzten Schnitte im Film.

Der Wolf, der aus dem Rudel lief, wußte wohin.

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