2005-11-04

Sam Wonder

Zeit danach

Nach dem großen Erwachen aus den Träumen der Unwissenheit...

Michael Glos sprach von den neuen Technologien, die die Arbeitskräfte überflüssig machen, weshalb man nun natürlich auch für die zehntausendfachen Entlassungen bei Telekom Verständnis haben müsse.

Dazu gibt es zweierlei zu sagen:

Erstens ist man ja schon dankbar, wenn ein Politiker die Problematik der Arbeitslosigkeit auf ihre schlichte Ursache zurück führt.

Zweitens stellen nicht erst die modernen Technologien, sondern bereits die frühen Massen-Produktions-Maschinen die Arbeiterklasse vor die Frage, ob sie nun die sie verdrängenden Maschinen zertrümmern oder sie in Besitz nehmen sollte.

Die zweite Option, wiewohl die vernünftige, ist leider auf den geschichtlichen Müll geraten, der real gestümperte Sozialismus hat es nicht vermocht, sich gegen die finanzkapitalistische «Globalisierung» sozial-global durchzusetzen.

Weil die einfache Klarheit aber für die bestehenden Kapital-Verhältnisse die absolute Katastrophe wäre, wird mit «Jobcenters», «Arbeitsagenturen», «1€-Jobs», «Ich-AGs» und was dergleichen mehr herumgepfuscht, getäuscht, gelogen und Zeit gewonnen, die politischen Täter wissen genau, was sie tun.

Es gibt zwei Wege, um aus der Misere heraus zu kommen:

1. Bei den «Reichen» die dem arbeitenden Volk entzogenen Reichtümer - Vermögen in Billionenhöhe - abzuschöpfen, um auf diese Weise den Staat zu entlasten, oder

2. das ganze Land, seine Wirtschaft, seine Ressourcen, Grund und Boden, in sozialistisches Eigentum über zu führen.

Die Abschöpfung - etwa gegen Beutewechsel - wäre die nationalsozialistische Lösung, während der Sozialismus der weltkapitalistischen Globalisation eine eigene Globalisierung, nämlich die Verallgemeinerung der alten Idee von der Internationale, die das Menschenrecht erkämpft, entgegen setzen würde.

Wir stehen demnach wieder vor der Alternative: Faschismus/Nationalsozialismus oder soziale Revolution - wobei die aktuellen Volksbetrügereien bereits als vorfaschistisch zu erkennen sind.

Die Zeit danach ist allemal auch eine Zeit davor: die gegenwärtige Situation ist zweifellos vorrevolutionär, auch wenn das noch kaum jemand erkannt zu haben scheint oder gar auch ausspricht.

Doch wie die innerparteilichen Ein- und Umstürze soeben die SPD überrascht haben, so kann es - ähnlich den jüngsten Naturkatastrophen - ganz plötzlich kommen, gerade weil niemand daran denkt, niemand es für möglich hält, auch der Zusammenbruch des Sowjetsystems und die Wiedervereinigung Deutschlands kamen gewissermaßen über Nacht.

© Copyright 1999 - 2011 kokhaviv publications