2004-03-05
Die Legende von der Sprungspinne Harlekin, dem Praeceptor Lefeu in Le Havre, 's-Gravenhage oder Paris...
Diese Legende bin ich
Schoppen Schorlemorle wie reiner Wein vom Schank...
Ja, es ist wahr, es gäbe ihn nicht, imgrunde ist er eine Kunstfigur, nicht wirklich existent...
Der Bruder vom Kraterrand, wohl gelitten als Opfer und Verfolgter, spielte sich auf als Verfolger, schon war's um ihn geschehn.
Das Bild machte sich zum Fotografen, der Gestaltete zum Gestalter.
Trat auf wie auf eigenen Füßen.
Erlaubte sich Kämpfe, die er nur austragen konnte, weil ihn Lefeu in die Schlacht getragen hatte.
Er war nicht imstande, seine Reden und Konzepte und Attacken selber vor zu bringen, weil er des Teufels Metier nicht beherrschte.
Till Harlekin, eine Projektion aus Den Haag, mußte den erkorenen Erzengel Lefeu bitten, ihn auszurüsten, um gegen den Ausrüster formvollendet streiten zu können.
Lefeu liebte das Spiel.
Marlene Dietrich war in einer ähnlichen Lage, sie verdankte ihre Scheinexistenz dem Regisseur Josef von Sternberg, ihrem geistigen Vater.
Sternberg sagte es mit einfachen Worten: Der Mythos Marlene, das bin ich.
Und Marlene hatte Lefeu nicht den Krieg erklärt.
Sich nicht zur Widersacherin bestimmt.
So war es mittelalterlicher Kirchenbrauch: Verfolgte fanden Asyl, Verfolger blieben vor verschlossenem Tor.
Bischof Lefeu konnte nicht untätig zusehn...