2004-08-21
Klassen und Rassen in Deutschland
Zuvörderst den "Adel" abschaffen!
Die Unterlassungen der demokratischen und sozialistischen Revolutionen
Der elitäre Rassismus der Deutschen beruht auf dem inneren Klassenantagonismus, der nicht nur in Deutschland - hier nach dem Zweiten Weltkrieg eine Zeitlang eher verschämt - ausgelebt wird.
Die Wegelagerer, Raubritter und Flußpiraten haben sich im Laufe der Jahrhunderte etabliert, haben die - ebenso gutmütigen wie unbewaffneten (!) - Bauern zu Knechten gemacht...
So leben sie dahin - als 'Herrenauslese' der 'Vons' und 'Grafen' und 'Freiherren' - da ist doch irgendwo ein Nest! - samt geldbürgerlichem Anhang die einen - die andern als 'niederer Mob'.
Das 'Eigentum' der einstigen Diebe und Räuber ist - personal- und familiengeschichtlich - seiner ganzen Natur nach: Raub- und Diebeserbe.
Was Gott den Menschen anvertraut hat - das Land, das Leben, die 'Natur', die Luft, das Wasser, die Liebe und die Früchte -, gehört unvermittelt (!) allen Menschen in gleicher Weise.
Im katholischen Süddeutschland haben das Subsidiaritätsprinzip und die katholische Soziallehre einen grundsätzlichen Schnitt von den norddeutschen Verhältnissen gemacht, wo die Armen und Unterdrückten keinen ideellen Halt fanden.
Dennoch war auch dies nur ein "Tropfen auf den heißen Stein".
Die strukturelle Sklaverei ist von keiner Überlieferung je in Frage gestellt worden: die menschliche Würde sei ein Privileg, das nicht für jeden gelte.
Wenn der heutige Staat sich wie eine Bande von Raubrittern am Volke vergeht, so haben wir darin den Nachklatsch postmittelalterlicher Verhältnisse zu erkennen.
Das wölfische "Junkertum" kam auf, als die halbwegs geordneten Zustände des christlichen Mittelalters sich nicht mehr trugen.
Der Großgrundbesitz der Kirche ging auf den Ritter-"Adel" über, Kreuz- und Raubzüge mußten irgendwie nach-bezahlt werden...
Mit dem Niedergang des Christentums ging nicht nur der alte Glaube in die Binsen.
Die "Reformation" (!) vollzog so etwas wie eine negative Auslese, die sich erst allmählich "veredelte".
Der protestantische Besitz-"Adel" erlangt seinen Höhepunkt im billig-ritterlichen Junkertum, dem zuletzt das Land gehörte, auf dem das Volk nur noch in Gestalt von Knechten, Tagelöhnern, mithin Sklaven auftrat.
Unter solchen Umständen wuchsen zwangsläufig - wenn auch viel zu spät - kollektivistische, sozialistische Ideen von Gleichheit und Gerechtigkeit heran.
Preußen-Deutschland und Rußland, wo die Sklaverei obendrein von außen kultiviert wurde, waren nicht zufällig die Länder, in denen der Marxismus Fuß faßte und zur Macht gelangte.
Die chinesischen Verhältnisse sind dabei nicht zu vergessen, sollen aber hier vorerst vernachlässigt werden.
Was in Rußland und im nordmainischen Preußen-Deutschland das Klassenproblem in eine 'Rassenfrage' verkehrt, ist die Unfähigkeit der gebildeten Klassen oder Schichten, das 'niedere' Volk zu verstehen, ihm zu vertrauen, sein Vertrauen zu gewinnen und damit eine Gemeinschaft her zu stellen.
Eine zivilisierte Gesellschaft unterscheidet sich von der Sklaverei durch die prinzipielle Achtung des Menschen - gleich welcher Herkunft, sozialen Schicht, Religion...
Die russische Literatur ist voll von der Verachtung, die die "Oberen" den "Unteren" entgegen bringen.
Die Gebildeten sind die Eingebildeten.
Sie bilden sich in der Tat ein, bessere Menschen, letztendlich von Gott irgendwie Begnadete zu sein.
Nun ist es aber ein Merkmal der Unfähigkeit oder Unzulänglichkeit von Privilegierten, nicht sich als Ursache der Misere zu entdecken, sondern die 'Schuld' bei den Verlassenen, Führungslosen und Entrechteten zu suchen.
In Deutschland ist es grundsätzlich nicht anders als in Rußland.
In Krisenzeiten ist die Initiative der Fähigen gefragt; wenn sie versagen, beweisen sie damit ihre Unfähigkeit.
Die meisten Krisen sind Folgen - nicht Herausforderungen - politischer, wirtschaftlicher Inkompetenzen und ethischer Mangelhaftigkeit.
Das Volk kann und will aber nicht 'glauben' und akzeptieren, daß jede Krise auch eine Quelle von Reichtum und Macht sei.
Die "Dummheit" des Volkes beruht gleichwohl auf seiner Vertrauensseligkeit.
Das Volk weiß, daß die Dinge in Ordnung gehalten bzw. wieder gebracht werden müssen; es kommt nicht von vornherein auf den Gedanken, daß seine - so oder so "geadelten" - Führer und Autoritäten just die Verursacher von Unordnung und Chaos sind, daß sie daran verdienen; daß sie reich und mächtig werden, indem sie nicht zuletzt aus der relativen Unwissenheit (= Uninformiertheit) des Volkes ihre Vorteile ziehen.
Wissen ist Macht, ergo haben die Mächtigen und Herrschenden kein Interesse an einer Weitergabe ihres Herrschaftswissens.
Eine pervertierte - völlig undemokratische - Auffassung von Machtausübung lebt folgerichtig aus der künstlich erzeugten und bewahrten 'Dummheit' des Volkes.
Die 'Pisa-Studie' ist eine Erfolgsmeldung anti-proletarischer Klassenpolitik.
Will sagen, daß der hervor gekehrte "Adel" einer Gesellschaft letzten Endes die Hervorkehrung ihrer moralischen Bedürftigkeit ist.
Nicht zu vergessen, daß "Adlige" von einem Fürsten einstmals ausgezeichnete - "geadelte" - Lakaien, sprich heute: deren Nachkommen und Erben sind.
Sobald das Volk diese Zusammenhänge - periodisch - wieder durchschaut und damit klar macht, wer der authentische Herr im Haus und im Lande ist, haben jene Anmaßungen ihren gesellschaftlichen Wert und damit ihren historischen Halt verloren.
Die offene und offizielle - personenstandliche - Unterscheidung zwischen "Oben" und "Unten" - begnadet oder verflucht - ist die ärgste Schande, die eine Gesellschaft sich antut.
Die Bewaffnung des Volkes wäre ein erster Schritt auf dem Wege der Besserung.