Navigation überspringen

kokhaviv publications

rebird - Deutschlands Kurier

Beiträge zur demokratischen Eroberung

2004-08-06

Horst Lummert

Jetzt gilt: Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

Die neue ostdeutsche oder mitteldeutsche Solidität

Solide ist das Bewußtsein, ist die mitteldeutsche Enttäuschung vom Westen und seiner Bundesrepublik.

Wir müssen versuchen, die jetzige Situation und die zu erwartende Entwicklung zu verstehen.

Wenn in den neuen Bundesländern - auf dem Gebiet der früheren DDR - so etwas wie ein Volksaufstand à la "Wir sind das Volk" zu politischem Leben kommt, muß mit bestimmten Reaktionen gerechnet werden.

Nicht zuletzt wird man darüber nachdenken müssen, ob gerade eine solche Entwicklung beabsichtigt war.

Der neue Osten Deutschlands ist sträflich vernachlässigt worden; es fing damit an, daß die Löhne der Arbeitenden nicht sofort den Westlöhnen angepaßt wurden.

Die westdeutsche Wirtschaft - allgemein gesprochen: das Kapital - hat aus dem neuen Osten heraus geholt, was heraus zu holen war.

Was immer seit der Wiedervereinigung geschah, es geschah - in Ost und West - zu Lasten der arbeitenden Klasse.

Im 'neuen Osten' nahm diese Last ein Übermaß an, das im Vergleich mit den Erwartungen der DDR-Bürger vor fünfzehn Jahren nicht an Verrat grenzt, sondern den 'Tatbestand Verrat' erfüllt.

Die Bevölkerung im neuen Ostdeutschland ist seit 1945 ein weiteres Mal betrogen worden.

Daß nun das neue Aufbegehren gegen die sozialfaschistischen Machenschaften der rotgrünen Regierung - mit treibender Billigung der sogenannten Opposition von CDU/CSU und FDP - zu neuen 'Montagsdemonstrationen' führt, wie wir sie aus DDR-Endzeiten noch in Erinnerung haben, ist beruhigend und beunruhigend zu gleich.

Bezeichnend, daß die heutigen Demonstrationen weitgehend von der PDS organisiert werden, wenn die Nachrichten stimmen.

Wie vor fünfzehn Jahren mischen sich nationale Kräfte darunter, was nicht grundsätzlich falsch ist, aber in Deutschland zu den bekannten Konsequenzen führen wird.

Die rechten Internet-Stimmen nehmen für sich die organisierende Führung in Anspruch und sind bestrebt, die gleichen Versuche der PDS zu verspotten und an den Rand zu drängen.

Eine Entwicklung ist denkbar, die die ehemalige DDR in ein bürgerkriegsähnliches Chaos versetzt, wo die sozialen Probleme des Kapitalismus auf eigene Weise geregelt werden.

Die ehemalige DDR bietet sich schließlich als Abschiebezone für westdeutsche Arbeitslose an, die, halb gezogen, halb geschoben, die Himmelsrichtung wechseln.

'Ostdeutschland Neu' kann in einen Zustand geraten, der seinen Nachbarn bedrohlich erscheint.

Ob und wann die "Feindstaatenklauseln" der UN-Charta zum Zuge oder zum praktischen Vollzug kommen, wird jedenfalls nicht in Deutschland entschieden.

Deutsche Regierungen und Exekuteure werden sich rigoros darauf beschränken, ihre Aggressionen dem eigenen Volk zuzuwenden, "um Schlimmeres zu verhüten".

So eine Art Kriegsrecht à la Jaruzelski oder Allawi wird die neue Unruhe in den Griff zu bekommen versuchen.

Niemand wird den deutschen Aufständischen, falls es sie denn gibt, helfen, am wenigsten die deutschen Bonzen im Westen, die ihre größten Feinde geworden sind.

© Copyright 1999 - 2004 kokhaviv publications