2004-02-07

Horst Lummert (Avram Kokhaviv)

Dreimal die Hände weg

Von Israel, Islam und Deutschland

Das mag inkonsistent erscheinen, mindest dem, der den Grundgedanken der Euro-Islamischen Strategie noch nicht kennt oder vergessen hat.

Da geht es sowohl um die hebräischen Wurzeln des deutschen Namens als auch um die Islamisierung Deutschlands und Europas, und das heißt: um die Fortführung der deutschen Geschichte.

Wir wollen keine Abstriche machen.

Das hebräische Erbe ist unersetzlich und unverzichtbar, Deutschland hat seinen Anteil daran.

Die toranische Gottesidee und die deutsche Reichsidee kommen im Islam zusammen.

Deutschland ist aufgrund seiner naturwissenschaftlichen, industriellen, wirtschaftlichen, finanz- und sozialpolitischen Kompetenz - wovon in diesem geschichtlichen Moment nur wenig zu sehen ist - in der Lage, die historische Verwirklichung voran zu bringen.

Die drei Komponenten bedingen und ergänzen einander; sie können nicht auseinander gedacht werden.

Deutschland wird sonst - mit dem einen und ohne den anderen - nicht bestehen können.

Ohne Israel - die hebräische Verwurzelung - ist ein islamisches Deutschland nicht lebensfähig.

Mit Israel allein - ohne Islam - ist Deutschland, so Gott will, verloren.

Der souveräne Islam der Zukunft bleibt gut beraten, ein politisch-geistiges Bündnis mit Deutschland und Israel einzugehen.

Für Israel ist der deutsch-islamische Reichsgedanke eine historische Attraktion.

Das deutsche Bewußtsein, ein Gottesvolk zu sein, ist alt und hat mit Martin Luthers Bibelübersetzung einen schriftlichen Boden unter die Füße - dazu einen klar definierten Himmel über sich - bekommen.

Die religiösen Motive der Deutschen zu ihrem Vernichtungskrieg gegen das Judentum bringen das deutsche Volk und das jüdische Volk als geistige Rivalen, die ohne einander nicht existieren können, vor den Thron Gottes.

Wenn die Wahrheit uns frei macht, wird die Wahrheit Gottes letztlich entscheiden, ob einer den anderen ausschließt, also der Krieg nicht enden wird, oder ob eine geistige und politische Symbiose möglich ist.

Der Islam bietet sich an als der Große Wagen, der die beiden Rivalen aufnimmt, zu neuen Horizonten führt und auf die gemeinsame djihadische Zukunft verpflichtet.

Die drei semitischen oder semitisch beflügelten Sprachen Arabisch - Hebräisch - Jiddisch/Deutsch sind die Seele der neuen Welt.

Das deutsche Reich ist das deutschsprachige Reich.

In muslimischer Sicht konvertiert Deutschland zum Islam... - doch in deutscher Sicht kommt Deutschland mit einem spezifischen Macht- und Führungsanspruch in die islamische Welt, was den Islam verändern wird.

Mit dem Auftritt konzentrierten Willens zu geistiger Eroberung und Einigung kann Europa über die angezeigten Sprachgrenzen hinweg im Islam geeinigt werden.

Ohne das deutsche Know-how der modernen Gesellschaft wird dem Islam nicht aufgetan; er kann nur weiter anklopfen.

Und ohne das hebräische Kernelement bliebe das Experiment wurzellos.

Die drei Elemente korrigieren sich gegenseitig und geben dem Gesamt eine eigenwillige Tendenz.

Das subjektive Interesse ist nicht nur nationaler Natur.

Der Kampf um die Zukunft ist ein Kampf um die Wahrheit der Vergangenheit.

Die historische Wahrheit ist festgelegt und offen zugleich.

Der Kampf um die Zukunft - als Kampf um die Wahrheit der Vergangenheit - entscheidet sich an den historischen Kräften, ihrer Fähigkeit oder Unfähigkeit, die offene Gesellschaft - und damit die philosophische Offenheit - vor dem geschichtsendlichen Establishment einer festlegerischen Reaktion des wissenschaftsfeindlichen "Ein-für-allemal" zu retten.

Gefahren für die Demokratie und die innere Freiheit der Gesellschaft drohen diesmal nicht von rechts oder links, sondern von minoritären Staaten im Staate.

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