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Qimosh - The New Qomish

Wo lassen Sie denken · Où laissez-vous penser? · Rent a brain…

2004-07-31

Koresh Kukafka

Decke der Ereignisse

Jede Geschichte hat ihre Exegese, ihre Deutung und Ausdeutung.

Es hängt mit der biblischen Geschichte zusammen, fängt mit ihr an.

Was hat sich Gott dabei gedacht, wo liegt seine Absicht.

Die homerischen Sagen kommen auf zwei Ebenen daher, der himmlischen und der irdischen.

Die Handlungen der Götter sind denen der Menschen analog.

Mentoren, Himmelsboten, verkleidete Gottheiten vermitteln und leiten.

Protagonisten auf Erden haben den Gott, diese Göttin als Schutz und Genie auf der Stirn.

Niemand, der untergeht, geht unter ohne göttlichen Willen, und niemand, der unter gegangen, der nicht wieder erscheinen und in die Geschichte eintreten könnte.

Das immanente Denken pflegt die Vorstellung, daß unter der Decke, in und hinter den Dingen - zum Trotz "metaphysisch" - das Wesen sich verberge, während die Transzendenzen - das "Jenseits", der göttliche Himmel - mythisch-religiöse Bildrahmen sind.

Unter der Decke, im Hintergrund der geschichtlichen Ereignisse und über allem waltet Gottes Wille und Vorstellung.

Als Hilfsmittel zu besserem Verstehen dient uns die dialektische Einsicht, leicht handhabbar, manchmal zu leicht.

Die Phänomenologie des Geschehens ist wie eine lesbare Schrift.

Alles, was du siehst, sind deutbare Zeichen, die mit einander uns ihre Geschichte erzählen.

Die Schrift an sich ist die aus allem gezogene Lehre.

Du bist nicht nur in der Hand Gottes, du bist auch sein Instrument, sein Mund, sein Arm, und du handelst und sprichst, du sprichst und handelst, zeugst, tötest, errichtest und zerstörst für ihn, in seinem Willen und deinem Namen.

Das ist nämlich wichtig, daß jeder wie eine Maske des Göttlichen Willens, als eine persona, durch die Gottes Worte zu uns kommen, auftritt.

Wir sind die Decke, der Vorhang, hinter dem Gott sein Spiel mit uns treibt, sind die Wolke, über der ihm immer wieder die schönsten und grausamsten Geschichten einfallen.

Sein Wort ist unsere Geschichte.

In diesem - aktuellen, historischen - Akt der Aufführungen legt er es darauf an, seine Geschöpfe zu täuschen, sie zu prüfen, ob sie denn lesen und verstehen werden die Schrift über der Straße, an den Wänden und Tafeln, auf den Bildschirmen, in ihren Träumen.

Sie sollen die Worte finden, und ihr Arm soll stark sein und ihr Handeln nach dem Willen des Verrückten Herrn Intendanten.

Im Dunkel der letzten Reihe sitzt Dshuang Dsi und schaut nur zu.

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