2004-02-09
Noch was zu retten?
Die SPD, die Regierung Schröder...
Schröder hat mitunter einen außenpolitischen Instinkt an den Tag gelegt, während er mit seinem "Reformwerk" als Sozialdemokrat nicht ernst zu nehmen ist.
Seine Politik an der Bevölkerung vorbei - weitgehend gegen sie gerichtet - trägt denn auch die ersten Früchte.
Er hat den Parteivorsitz an Müntefering abgegeben, und in der Partei rumort es.
Zunächst wünschen viele Kritiker eine Neubildung der Regierungsmannschaft.
Die ersten Parteistimmen werden laut, die den sogenannten Reformkurs stoppen und umkehren wollen.
Hier liegt die große Chance der Sozialdemokraten, noch einmal aus ihrem historischen Tief heraus zu kommen und bei den Wahlen wieder Punkte zu machen.
Wenn es ihnen gelingt, sich von dem anti-sozialen - ja, anti-sozialdemokratischen - Kurs zu verabschieden, können sie mit erneuerten Sympathien rechnen und das Schröder-Debakel vergessen machen.
Die CDU hat die Schröder-"Reformen" sowieso schon überholt und kann nun schnell in eine Lage kommen, in der sie mit der desaströs anti-sozialen Politik - von ihrer eigenen Tradition rigoros abgeseilt - plötzlich allein da steht und die Schröder-Suppe auslöffeln muß, während die von sich befreite SPD frischfröhlich wieder von vorn anfangen kann.
Dem Franz Müntefering ist es zuzutrauen, sich mit allem zur Schau getragenen Widerwillen zum Kanzlerkandidaten küren zu lassen.