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kokhaviv publications

Qimosh - The New Qomish

Wo lassen Sie denken · Où laissez-vous penser? · Rent a brain…

2004-08-28

Horst Calx

Beklaute! Kumpels!

Wer kämpft und wer nicht...

Die westdeutschen Schlafmützen werden von Regierung und Medien dargestellt, als seien sie die Durchblicker, während die Ossis nur die Welt nicht verstehen.

Es zeichnet sich bereits die Tendenz ab, Deutschland wieder zu teilen und den neuen Osten sich selbst zu überlassen.

Das wird nicht funktionieren, ist aber schon interessant.

Sie haben euch - Kumpels in Ost und West! - um den Mehrwert eurer Arbeit gebracht, haben euch nach Strich und Faden beklaut und betrogen - doch nun zeigt sich, was den Osten tatsächlich vom Westen unterscheidet.

Der Sozialismus trat zwar stets mit dem hohen Anspruch auf, die Welt und nicht zuletzt die Menschen verändern zu wollen.

Er hat das aber nur auf der verstandesmäßigen, ideellen und ideologischen Ebene getan.

Gedanken lassen sich schnell wieder wegräumen, was aber tiefer sitzt, Gerechtigkeitssinn und Widerstandsgeist, kann nicht ohne weiteres 'politisch korrigiert' werden, nicht agitativ, das wäre zu schlicht angelegt.

Auf dem Gebiet der psychologischen Kriegführung gegen den geschichtlich gewordenen Menschen hat hingegen der Westen (!) 'ganze Arbeit' geleistet.

In der westlichen Welt ist der 'Mensch an sich' dermaßen aus dem Takt gebracht worden, daß es, falls diese Zeit mal endet, Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte brauchen wird, um das wieder in Ordnung zu bringen.

Sie haben mit Hilfe der medialen Propaganda - fundamental gesetzlich abgesichert - alles zerstört, was bis dahin normal und natürlich war.

Der Sozialismus hatte in seinen Anfängen zum Beispiel die Abschaffung der Familie propagiert, ließ aber schon zu Stalins Zeiten davon wieder ab.

Der Sozialismus an der Macht erkannte, daß auch er die Familie als Hort stabiler Menschlichkeit braucht.

Die Destabilisierung und Entwurzelung der westlich verbürgerlichten Persönlichkeit überließ man gern dem kapitalistischen Klassenfeind, und so trafen - im Westen - zwei verwandte Tendenzen mit gleichwohl unterschiedlichen, wenn nicht entgegen gesetzten Motiven zusammen.

Die kapitalistische Globale zerstörte die psychologische Infrastruktur der westlichen Gesellschaft und besorgte auf diese Weise die Austauschbarkeit des bis dahin als unverwechselbar geltenden Einzelnen.

Der Kapitalismus schuf keinen neuen Menschen, er zerstörte den alten, für den es aber keinen Ersatz gibt.

Der 'moderne' - durchrelativierte - Mensch ist eine Ruine, ist der hormonal programmierte - von seinen Aggressionen und damit Widerstandskräften 'befreite' - modische Mitläufertyp.

Die Ausschaltung des autonomen Menschen ist ein zentraler Abschnitt der strukturellen Weltzerstörung.

Die organisierte Zerstörung der Natur - des natürlichen Lebens - propagiert sich als "neue Lebensqualität", "Naturschutz" und ähnliches mehr.

Die Sprache dient der Vernichtung als Lieferant falscher Etiketten.

Wir erleben in der Tat biblische Zeiten.

Alles menschliche Tun unterliegt solchen Zwängen.

Dunkelste Vorahnungen werden wahr.

Was sich in Deutschland abspielt, ist ein - vergleichsweise - kleines oder mittelschweres Ereignis.

Die Globalisierung auf Kosten der Ärmsten "entsteht" hier nicht, sie findet hier Eingang!

Gegen einen globalen Lastenausgleich wäre grundsätzlich nichts zu sagen, nur ist der Ausgleich, der momentan statt hat, ein Ausgleich nicht zwischen Reichen und Armen, sondern zwischen Armen und Ärmsten.

Die Pharaonen und ihre sklaventreiberischen Helfershelfer nehmen sich vom Globalisierungsopfer aus.

Die endzeitliche Vernichtung der - technologisch unterworfenen - überflüssig werdenden Sklaven durch unzumutbare und tendenziell unbezahlte Arbeit ist die Höchstform der Zivilisation industrie-kapitalistischer Prägung.

Kumpels in Ost und West, das geht an die Nieren, an Würde, Ehre und Stolz!

Scheuen wir uns nicht, eine oft erprobte Wahrheit noch einmal auszusprechen:

Wer kämpft, kann verlieren; wer nicht kämpft, hat schon verloren.

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