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Qimosh - The New Qomish

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2004-03-11

Halam

Traunsee wie im Winter

Noch einmal Ebensee

Sommer 1943 muß es gewesen sein. Ein Kriegskamerad meines Oheims aus dem Ersten Weltkrieg und seine Frau hatten mich eingeladen.

Der Mann hieß Siegel und war bei der Concordia Versicherung beschäftigt.

Wir waren viel mit dem Fahrrad unterwegs, Kunden besuchen, die Gegend auskundschaften.

Damals nannten sie es Gau Oberdonau, also Oberösterreich, wir sagten Österreich, das verstand jeder.

Wir lebten in Wels in der Nähe von Linz an der Donau.

Wir machten Bergtouren, ich lernte das Gebirge kennen und lieben, entdeckte ein paar Geheimnisse, zum Beispiel das Pfeifen der Gemsböcke und das Gewitter unter uns im Bergkessel.

Im Traunsee schwamm ich um mein Leben, das sommerliche Eiswasser kam unerwartet über mich, ich war mit einem Kopfsprung von der Kaimauer in den bodenklaren See...

In Grünau, glaube ich.

Am Traunstein vorbei, am Ende des Sees, lag Ebensee.

Dort gab es ein Konzentrationslager, Siegel vertraute und erzählte mir böse Geschichten, die er vom Hörensagen kannte.

In bombensicheren Bergstollen wurden Raketen hergestellt, was ich vor einiger Zeit aus einem TV-Bericht erfahren habe.

Der Große Priel im Salzkammergut war mein höchstes Ziel.

Linz bekam damals ein paar Bomben ab.

Der Sterbeversicherungsvertreter Siegel führte mich durchs Krematorium, wo das Leichenwasser der Bombentoten im Terrazzoboden zeitlose Spuren hinterlassen hatte.

In der Nähe von Wels lag ein Flughafen, dem man sich nur mit Abstand nähern durfte.

Die deutsche Geheimhaltung um militärische Einrichtungen, Lager etc. funktionierte meist relativ einfach.

Drahtzäune, dahinter Wald, kleine Schilder mit der Aufschrift: Achtung Truppenübungsplatz. Es wird scharf geschossen.

Das genügte, um die Leute fern zu halten, wer wollte schon versehentlich erschossen werden.

Ich weiß von einem Frauenlager in der Kaschubei, das bei der Bevölkerung als Truppenübungsplatz galt, es waren auch Schüsse zu hören.

Soldaten waren überall stationiert, sie mußten üben, kein Mensch kam dabei auf Hintergedanken.

Deutsche werden in der Regel erst mißtrauisch, wenn es ihnen selbst an den Kragen geht.

Bombennächte daheim, die Männer an der Front, das genügte den meisten.

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