2004-05-02
Wer nicht tötet, bleibt aus der Geschichte
Der Unterschied zwischen diesen und jenen
Wer den Verrat als historische Konstante erkannt hat, kann den Verräter töten oder laufen lassen.
Gott ist der Herr der Geschichte und des Verrats.
Tötet, tötet, scheint die Parole zu lauten, und wer behauptet, die Fäden in der Hand zu haben, übertreibt sicherlich maßlos...
Wir erleben gerade einen Wandel, einen Übergang zu neuen Formen des Widerstands - und zu neuen Täterkreisen, die nicht unbedingt dem Widerstand zu gezählt werden können.
Bereitschaft und Fähigkeit zu töten mit historischer Relevanz zu verbinden, ist nicht zynisch.
Die "großen" Männer der Geschichte haben gemordet, verwüstet, das Recht auf den Kopf gestellt und gemäß ihrer Macht und ihren Interessen neues Recht geschaffen.
Was wir normalen Menschen als böse bezeichnen, steckt in der "Größe", und das "Große" ist zugleich das "Böse" in der Geschichte.
Das alles wissen wir, ohne es freilich böse zu nennen, vom Bösen reden wir erst, wenn der oder das Große von der Geschichte wieder minimiert worden ist.
Größe und Macht sind das Grüne Licht für Verbrechen, Völkermord, für alles Böse in der Welt.
Du mußt also morden können, wenn du Größe erlangen willst, mußt böse sein, wenn du in die Geschichte eingehen willst.
Nicht jeder Bösewicht wird in die Geschichte eingehen, doch wem es gelingt, der wird ein "Großer" gewesen sein.
Bosheit ist kein Garant, aber eine Bedingung für "historische Größe".
Die Geschichte wird entscheiden, welcher Terror welcher Terroristen oder Staatsterroristen am Ende "gut" - weil "groß" genug - und welcher halt nur das Werk von Verbrechern war.