2004-11-10
Laboratorium Holland
Om over na te denken
Die Niederlande sind nicht nur berühmt für Gouda und "Tulpen aus Amsterdam", sie sind uns auch immer ein paar Schritte voraus.
Als in Holland die ersten "Provos" die junge Königin oder Noch-Prinzessin mit Hühnerschenkeln bewarfen, konnte man sich ausrechnen, wann auch in Deutschland die große Randale los gehen würde, wie es dann auch geschah.
Amsterdam war lange Zeit die Stadt der Hippies, des Drogenkonsums, der ungezügelten Freiheiten.
Holland ist das Land der Euthanasie.
Das Schwappen nach Deutschland war nur noch eine Frage der Zeit.
Jetzt brennen in Holland die Moscheen.
Wohlgemerkt: in der Nacht vom 9ten auf den 10ten November 2004.
Vor genau 66 Jahren - in der Nacht vom 9ten zum 10ten November 1938 - brannten in Deutschland die Synagogen.
Mir fällt auf, daß die deutschen Fernsehsender in diesem Jahr mit keinem Wort die "Kristallnacht" erwähnen, dafür gestern um so ausführlicher den Mauerfall.
In den vergangenen Jahren war es umgekehrt.
Noch eine vergleichbare Merkwürdigkeit:
Nach der "Kristallnacht" jagte die Polizei nicht die - anti-semitischen - Brandstifter; sie nahm die Juden in "Schutzhaft", die dann auch für die Brandschäden aufkommen mußten.
In Holland wurden Moscheen angezündet, letzte Nacht brannte eine Quran-Schule.
Die holländische Polizei jagt aber nicht die - anti-islamischen - Brandstifter; sie veranstaltet eine Razzia gegen islamische "Terrorismus"-Verdächtige und sperrt den Luftraum über Den Haag.
Nun ist in islamischen Berichten tatsächlich auf die Zahlenkombination "9-11" hingewiesen worden, eine vorbeugende Maßnahme wäre insofern begreiflich.
Muslimische "Verdächtige" werden aus ihren Häusern nackt oder halbnackt - beliebter Umgang mit muslimischen Gefangenen auch in Iraq - auf die Straße getrieben.
Das ist nicht "vorbeugende Maßnahme", sondern der - Menschen verachtende - totale Krieg gegen den Islam.
Der ideologische Eifer der holländischen Evangelikalen und wieder erwachten Calvinisten ist dabei nicht zu übersehen.
Für die brennenden Moscheen gibt es einen Anlaß: die Ermordung des Filmemachers Theo van Gogh, der in Deutschland wegen "Volksverhetzung" vor den Richter käme, aber wir sind noch in Holland.
Auch für die brennenden Synagogen gab es einen unmittelbaren Anlaß: den Mordanschlag auf den deutschen Legationsrat Ernst vom Rath durch einen jüdischen Attentäter in Paris.
Vom Rath starb am 9. November 1938.
Der "islam-kritische" Theo van Gogh, der Muslime öffentlich als "Ziegenficker" beschimpft und nach dem Drehbuch einer rechtsradikalen Frau aus Somalia, die dem Islam den Rücken kehrte, einen anti-islamischen Hetzfilm drehte, gilt in Holland wie sein ebenfalls ermordetes Vorbild Pim Fortuyn als "Vertreter des freien Wortes", und in Deutschland wird das alles einfach so übernommen.
Man stelle sich vor, die Vorsitzenden der NPD und der DVU würden in Deutschland nicht als Rechtsradikale, sondern als "Vorkämpfer der Meinungsfreiheit" gehandelt, undenkbar.
Bis jetzt.
Wenn in Holland rechtsradikale Haßprediger nicht beim verdienten Namen genannt, sondern als "Opfer islamistischen Terrors" betrauert werden, haben wir eine neue Situation in Europa.
Man beklagt bereits in den deutschen Medien, daß das "Modell der multikulturellen Gesellschaft" offenbar mißlungen sei, mit der Integration funktioniere es überhaupt nicht.
Nun war die "multikulturelle Gesellschaft" zunächst keine Tatsache, sondern ein politisches Programm, das - zusammen mit dem Stichwort "Deutschland ist Einwanderungsland" - die Entwicklung in den heutigen Zustand festlegte und einleitete.
Das Theater ums Kopftuch zeigt aber, daß mit "multikultureller Gesellschaft" Assimilation (!) gemeint war: die nahtlose Anpassung!
Außer dem kuckuck kann ich heute keine Quelle benennen, die das so genau voraussah, als es noch an der Zeit gewesen wäre, diese Entwicklung zu bremsen.
Der "rheinische Kapitalismus" war zwar die natürliche Gegenkraft, allerdings nicht scharfsinnig genug, um die Dinge auch analytisch aufzuklären.
Helmut Kohl hat offensichtlich bis heute nicht begriffen, daß die Auseinandersetzung religionspolitische Momente in sich trug, die seine Partei nicht verschonten.
Fehlende Menschenkenntnis für sein engeres Umfeld - privat und politisch - hat zu seinem Untergang beigetragen.
Die Kritik an den Niederlanden ist kein Feldzug gegen die traditionellen Windmühlen, sondern eine notwendige Vorwarnung:
Hütet euch - Europäer! - vor der anti-islamischen Festung Europa...