2004-10-29

Avram Kokhaviv

Wohin soll das führen?

Gefährliche Entwicklungen treffen zusammen

Es wäre schwer zu ertragen gewesen, wenn das wichtige Innen- und Justizressort an den Italiener Rocco Buttiglione - den Papst-Berater Buttiglione - gefallen wäre, hieß es in der Berliner Zeitung.

Und warum?

Weil er von Positionen, die die einen für verstaubt halten, andere als zeitlos gültig erkennen, nicht abweichen will.

Biblisch und quranisch überlieferte Wahrheiten, die jeder ernst zu nehmenden Kritik stand halten...

Modernistischer Zeitgeist - leichtfertiger Unsinn - rennt dagegen an und nennt es "Kulturkampf".

Die Wahrheiten werden im Islam und im katholischen Christentum hörbar vertreten und verteidigt.

In der Europäischen Union hingegen, am deutlichsten vielleicht in Deutschland, werden gewählte - zugleich in jenem Sinne gesetzestreue - Politiker ausgegrenzt.

Barrosos Rückzug wird als "Sieg der Demokratie" und "für Europa" gefeiert...

Was noch im nachhinein Buttigliones Feststellung vom "armen Europa" bestätigt.

Italien will aber nicht nachgeben.

Wenn Europa auf seine geistigen Wurzeln und Jahrtausend-Traditionen pfeift, ist es wirklich arm dran.

Was sind die praktischen Konsequenzen?

Politisch führende Katholiken Deutschlands - "gemobbt" - ziehen sich zurück.

Gegen den katholischen Flügel der CDU/CSU sind rigorose Praktiken seit Helmut Kohl ("... muß weg") an der Tagesordnung.

Friedrich Merz, Erwin Teufel, Edmund Stoiber... sind beliebte - katholische - Ziele sich nicht identifizierender evangelischer Attacken.

Entsprechende unionsinterne Intrigen sind die elementare - heimtückische - Version...

Parallel dazu entwickelt sich eine rechte Szene, die man allmählich wird ernst nehmen müssen.

Durch diese Hintertür kommen ganz andere "ewige" - macchiavellistische - "Gesetze" herein, um auch von den harthörigsten und liberalsten Atheisten und Liberalisten geschluckt zu werden.

Die Erfolge der Rechten bei den letzten Landtagswahlen beschreiben tatsächlich eine Zäsur.

Besonders die jüngere Geschichte der NPD, deren Vorsitzender Udo Voigt sich bei Innenminister Otto Schily für dessen Wahlhilfe bedankte, ist lehr- und aufschlußreich.*

* Sie haben sich am Wahlabend ausdrücklich bei Innenminister Otto Schily bedankt. Warum? --- Voigt: Schilys Wahlkampfhilfe für die NPD kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das Verbotsverfahren gegen unsere Partei - ebenso übrigens wie der "Kampf gegen Rechts" - hat die NPD erst richtig als Alternative zu den Etablierten im öffentlichen Bewußtsein aufgebaut. So belebt wie seit dem Verbotsverfahren war es an unseren Info-Ständen schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

Tatsächlich hat eine innere Radikalisierung der Partei zu ihren demokratischen Erfolgen geführt.

Es gibt offensichtlich eine dialektische Beziehung zwischen Radikalität und öffentlicher Aufmerksamkeit.

Die Radikalisierung erfolgt nicht aus der alten Partei heraus, sondern durch massierte Beitritte radikaler Nationalsozialisten.

Wenn man so will, hat die kleinbürgerliche NPD einen revolutionären Schub von links erfahren, der sie zu demokratischen Erfolgen führt.

Die Demokratie (als solche) nimmt allmählich zur Kenntnis, daß die politische Rechte nicht nur aus stumpfsinnigen "Skinheads" besteht, sondern eine beachtliche intellektuelle und gebildete Elite vorzuweisen hat, mit der sich die Liberalen, die Neue Mitte, die sogenannte Linke momentan nicht messen können.

Die Gefahr für die Demokratie wächst mit der Anziehungskraft der neuen nationalistischen und nationalsozialistischen Bewegung aufs intelligente Publikum.

Die demokratischen Parteien haben auf zynische Art und Weise den gesellschaftlichen Acker so gründlich bestellt, daß die neuen Nazis nur noch ernten müssen.

Der Verlust des sozialen Gewissens hat in weiten Bereichen der Politik - quer durch alle Parteien - ein "junges" Bewußtsein geschaffen, das - negativ - als präfaschistisch gilt, obwohl der neue "NS" im Gegensatz zu seinen "demokratischen" Bettenmachern sozialpolitisch nicht ohne Konzept ist.

Der Neuen Mitte (ob grün, sozialdemokratisch oder liberal) wird es nicht sonderlich schwer fallen, sich mit einer "manierlichen, gebildeten, natur- und umweltfreundlich" auftretenden, "bürgerlich" anmutenden, "ordentlichen" neuen NS-Partei anzufreunden und ihren Verlockungen zu erliegen...

Wenn es die Umstände in Europa zulassen, und wir scheinen da gerade anzukommen, wird es geschehen, wie es immer geschah.

Die NPD ist zum Magneten bestimmt, die außerparlamentarische, außerparteiliche, "wilde" Rechte an sich zu binden, zu integrieren...

Die nationalrevolutionären Kräfte, die seit je wissen, was sie wollen, haben die Zeichen der Zeit offensichtlich verstanden.

Die Annahme, daß es der Rechten an den erforderlichen geistigen Autoritäten und Führern fehle, beruht auf blankem Unwissen...

Vor dem intellektuellen Hintergrund einer international weit gestreuten und national gefestigten revisionistischen Szene, die durchaus in der Lage wäre, in kürzester Zeit die Historischen Bibliotheken umzukrempeln, hat sich eine politische Avantgarde gesammelt, willens und fähig, die herrschende politische Klasse oder Kaste abzulösen beziehungsweise geistig und weltanschaulich umzugestalten.

Schon vor Jahren habe ich mich mit einigen der führenden Nationalisten zusammen und auseinander gesetzt, habe mit ihnen korrespondiert, auch persönlich gesprochen.

Interessant finde ich die Nachricht, daß Christian Worch, der die bundesweit erfolgreichen Demonstrationen der Rechten angeführt haben soll, sich jetzt sträube, wie seine bisherigen "freien" Kameraden der NPD beizutreten.

Die Partei brauche nur ein paar "nützliche Idioten"...

Christian Worch, mit dem ich in den Neunzigern - die letzten Wochen seiner Haftzeit und danach - einen ziemlich ausführlichen Briefwechsel führte, ist nach meiner Einschätzung eine jener Führungspersönlichkeiten, die das bundesrepublikanische Bild der Rechten im Nu verändern werden und bereits verändert haben.

Der eben anstehende Parteitag der NPD wäre die Gelegenheit zu einem sensationellen Auftritt und der öffentlichen - gegenseitigen - Unterstützung und Anerkennung des - programmatisch und individuell untermauerten - Führungsanspruchs.

Mit einer NPD unter der unumstrittenen Führung Worchs hätte die Bundesrepublik einen - potentiell "Länder übergreifend siegreichen", durchstrukturierten, propagandistisch, agitatorisch und organisatorisch erfahrenen - "Nationalismus/Nationalsozialismus/Deutschen Sozialismus" am Hals...

Ich bin dabei nicht auf eine Person fixiert, aber ihm würde ich es zutrauen.

Der in der NPD aufgehende, vielleicht bald den demokratischen Parteinamen ändernde "Kampfbund Deutscher Sozialisten" - mit "freien Nationalisten", "führerlosen Nationalsozialisten" - hat ein gesamtpolitisches Konzept für die Lösung all jener Probleme, vor denen die Bundesrepublik bislang ziemlich hilflos da steht.

Der "führerlose Nationalsozialismus" entspringt einer schon beim SDS erfolgreichen Antriebs-Idee "freier", ungebundener Sozialisten oder/und Nationalisten.

Wenn die mittlerweile über kaum einen Zweifel mehr erhabenen Demokraten nicht aufpassen, werden ihnen auch die letzten Felle davon schwimmen und die Schlüssel der Macht vollends aus den Händen gleiten...

Aber vielleicht warten sie nur darauf, die untragbar gewordene "Last der Verantwortung" für das verhunzte Staatswesen endlich abgenommen zu bekommen.

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