2004-07-03
Arabisierung und Islamisierung des Anti-Islamismus
Die "anti-terroristische" Angst vor Saddam und Djihad
Sein erster Auftritt vor dem iraqischen Gericht war vielleicht der größte Medienerfolg in einer langen politischen Karriere.
Die Militärzensur verirrte sich in billigen Versuchen, den seelisch erholt und souverän drein schauenden Saddam nicht auch noch zu Wort kommen zu lassen.
Die sprach-geregelten Zusammenfassungen seiner Aussagen sind im Kern dennoch wahr:
Der entspannt lächelnde Saddam Hussein ist nach wie vor Präsident des Iraq, und George W. Bush ist wie jener ein Kriegsverbrecher und Verbrecher gegen die Menschlichkeit.
Wenn Saddam den Bush "beschimpfte", so waren die Beschimpfungen gegenseitig.
Die Amerikaner geben sich alle Mühe, aus ihrem Mittelost-Abenteuer wieder heraus zu kommen und den Kreuzzug gegen den Islam in einen "inner-arabischen und inner-islamischen Konflikt" - so eine Art "Bruder- und Bürgerkrieg" - umzumodeln.
Wenn Musharraf von Pakistan und König Abdullah von Jordanien den Amerikanern militärische Iraq-Hilfe anbieten, so bleibt das im engeren Komplizenbereich und also peinlich genug.
Daß nach der "Machtübergabe" an die iraqische Marionettenregierung mit A-, B- oder C-Waffen-"Funden" zu rechnen sein würde, war sowieso klar...
Nun haben also polnische Soldaten Gasgranaten ausgebuddelt, falls die nicht irgendwo auf einem Lagerplatz der Invasionäre - vielleicht aus alten Warschauer-Pakt-Beständen eingeschleppt - offen herum lagen.
Sie scheuen keine Mühen, keine Überraschungsakte, keine schamlosen Tricks, um den verbrecherischen Militärüberfall nachträglich zu "rechtfertigen".
Dagegen der Mann, den ich nie mochte, der mir aber jetzt, da er nichts mehr zu verlieren hat, als überlegen, ungebrochen stolzer und nun endlich auch vollbärtiger Muslim den Eindruck eines historischen Vermächtnisses hinterläßt...