2004-03-15
Who is Who?
Im Kampf um die Verantwortung für Madrid
Noch der eigene Joint?
Was sich nicht bewegt, ist nicht zu steuern.
Bewegt, kann es leicht in eine andere Richtung gelenkt werden.
Aufs Unauffällige ist zu achten, wo Ereignisse allzu auffällig ablaufen.
Das Auffällige soll womöglich vom unauffällig Wesentlichen ablenken.
Was tut sich momentan in Europa?
Welche Kräfte sind am Werk, und welche werden zur Verantwortung gezogen?
Solche Überlegungen sind strategischer Natur und keine Haarspalterei.
Der Anschlag von Madrid weist ein paar Merkmale auf, die nicht übersehen werden sollten.
Getroffen wurde das spanische Volk, die arbeitende Klasse auf dem Wege zur Arbeit, darunter viele Gastarbeiter aus Lateinamerika.
Man hätte auf die Bonzen abzielen können, doch "weiche" Ziele sind Volksziele, für die Arbeiterklasse ist der Schutzaufwand gleich Null.
Darin sind sich beide Seiten einig:
"Weich" ist - für beide - ohne Risiko.
Die Antwort läßt auf sich warten, wenn die herrschende Klasse nicht direkt angegriffen wird.
Auch im Zweiten Weltkrieg blieben die reicheren Vororte gewöhnlich ungeschoren, bombardiert wurden die Arbeiterbezirke.
Begründet wird so was mit dem psychologischen Krieg um die Seele des Volkes.
Ein unheiliger Schmus, der jedoch in die Risikoberechnungen mit einbezogen werden muß.
Der "Joint" ist eine Erinnerung an die sechziger Jahre.
Irgend wann waren die Hascher nicht mehr sicher, noch ihren eigenen Joint zu rauchen, die Lieferanten hatten die nötigen Beimischungen eingeleitet, die aufmerksam Klügeren stiegen aus, die Träumer und Döser vereinigten sich zur neuen Mitläuferschaft.
Das scheint schon eine Ewigkeit her zu sein, liegt aber vor der Tür.
Nun haben wir eine ähnliche Situation.
Nicht nur der Kampf gegen den Terrorismus wird ganz groß geschrieben, der Terrorismus selber hat auch neuen Zulauf zu verzeichnen.
Natürlich nicht als "Terror" oder "Terrorismus"...
Mit "Terror" und "Terrorismus" ist der Islam gemeint, das versteht mittlerweile jeder intelligente Mensch.
Es gibt Übertritte.
Spanische ETA-Mitglieder, denen der regionale Tellerrand als geschichtlicher und politischer Horizont nicht mehr ausreicht, sind zum Islam konvertiert.
Wenn das die Revolution ist, wird zwangsläufig die Konterrevolution mobilisiert.
Die erfolgreichste Konterrevolution ist die mit dem revolutionären Image.
Angewandt auf die heutige Situation:
Ist der revolutionäre ("terroristische") Islam noch er selbst, ist Al-Qaida noch Al-Qaida, rauchen die Islamisten noch ihren "eigenen Joint"?
Wer den "Feind in Bewegung" erfolgreich bekämpfen will, muß hinüber wechseln, im feindlichen Lager die Initiative ergreifen...
Aus israelischen Quellen ist zu erfahren, daß der Mossad - zeitgemäß umstrukturiert - sich "nur" noch auf "Antiterrorismus" in aller Welt konzentriere.
Wer den feindlichen Terror besiegen will, muß dessen Führung übernehmen.
Diese - den größten Erfolg versprechende - Methode wird meist unbemerkt angewandt.
In islamischen Kreisen hat man es verstanden, die kritischen Gedanken richten sich auf CIA und Mossad.
Allerdings gehört das noch ins Schubfach des logisch Nächsten.
Welche Rollen spielen aber zum Beispiel die Türkei und Rußland?
Welche Bedeutung kommt Verlautbarungen wie dieser zu:
AL MUHAJIROUN
The obligation of inciting religious hatred
This Saturday's LIVE talk on Paltalk will discuss one of the greatest forgotten obligations in Islaam - Inciting religious hatred.
Allaah (swt) orders the believers to hate all other religions, way of lives, creeds, doctrines and beliefs that contradict with Islaam, and one cannot be Muslim without to declare animosity and hatred towards kufr, bid'ah, shirk and nifaaq (Christianity, Judaism, Hinduism, Sikhism, Buddhism, Democracy, Freedom etc.).
Date and time: 20th of March 2004, from 6pm to 7:30pm GMT
Room: LIVE - Inciting religious hatred
Speaker: Abu Muwahhid
Ist diese - verbalradikale - Aufmachung revolutionär oder eher konterrevolutionär, mithin im aktuellen Djihad dem Islam schädlich?
Die explizite Haß-Propaganda ist ungewöhnlich und entspricht weniger dem islamischen Selbstverständnis als dem Feindbild vom "bösen, satanischen" Islam.
Neue - "unbekannte" - Gruppen tauchen auf, die mit radikalen Aufrufen oft die Verhältnismäßigkeit vermissen lassen und die Urteilsfähigkeit der Menschen strapazieren.
Gefordert ist jedenfalls eine kritische Aufmerksamkeit hinsichtlich der Authentizität der neuen Entwicklung, die sich als Zersplitterung in zahllose autonome Zellen kund tut.
Was prinzipiell richtig ist, birgt gleichwohl neue Gefahren, weil theoretisch jeder - pro oder contra - seine eigene Terrorszene aufmachen kann.
Das Neue an der propagandistischen Erscheinung ist die appellative Ausrichtung auf Europa.
Der - inzwischen wieder "gewählte" - russische Präsident Putin hat gesagt: wer zum Islam übertreten wolle, möge nach Moskau kommen, dort würde er auch beschnitten, und zwar so, daß nichts mehr übrig bleibe.
Putins Entmannungsstrategie ist über alle Maßen aufschlußreich.
Rußland nicht in vorderster Front des Anti-Islamismus zu sehen, wäre eine unverzeihliche Unterlassung.
Kein Land hat so große geschichtliche Erfahrung in der Neutralisierung - Entmannung! - der Revolution wie Rußland.
Kein Land so große Erfahrung in der erfolgreichen Bekämpfung des Islam wie die kemalistische Türkei.
Hier trifft sich der Kemalismus mit dem Zionismus, der diese Interessenkoalition schließlich vervollständigt.
Der aktuelle Anlaß von Madrid sollte uns schleunigst vergegenwärtigen, welche schein-, nämlich konter-revolutionäre Rolle die "sozialistische" Sowjetunion im spanischen Bürgerkrieg gespielt hat.
Die in Mittel- und Westeuropa zunehmende Zahl der Konversionen zum Islam dürfte das anti-islamische Rußland, die kemalistische Führungsklasse der Türkei, das zionistisch-weltliche Israel bereits zu - propagandistischen - Gegenmaßnahmen veranlaßt haben.
Eine - in der Not verdeckte - Achse Moskau-Ankara-Jerusalem gegen den Islam ist nicht auszuschließen, sondern als gegeben anzunehmen und zu berücksichtigen.
Die contra-produktive - scheinbar islamische - Anstiftung zum Haß liegt in ihrem Interesse.