2004-01-26

Avram Kokhaviv

Zentren in Deutschland erinnern an vergangene Tage

Zentralräte, Zentren, Gedenkstätten, Märkte, Kulturhäuser... - türkisch, jüdisch, islamisch, russisch, sintisch, romanisch, iranisch... - das Zentralkomitee der SED klingt noch nach - sind politisch oft wie eine Fortsetzung der DDR unter anderen Zeichen.

Paßinländer wie wir, segeln polit-moralische Mahner unter der Flagge aggressiv geforderter Ausländerfreundlichkeit - des Privilegs der Zuwanderung - und nutzen die Alteingesessenen zur neu-nationalen Natur gewordene Bereitschaft, sich alles gefallen zu lassen.

Wer in unser Land kam, hier die deutsche Staatsangehörigkeit erhielt, ist nach meinem Verständnis vollwertiger Deutscher mit allen Rechten, Pflichten und Verantwortlichkeiten.

Auch "Auschwitz" hat er mit zu tragen.

In der Praxis sind wir - um Rechte und Vorteile - allemal "wir", doch schnell wieder "Ihr" oder "die", wenn der Holocaust angesprochen wird.

Die ideologische Kumpanei politischer und religiöser Zusammengehörigkeiten schadet der - schutz- und pflegebedürftigen - demokratischen Kultur.

Wenn alle Menschen gleich sind, müssen sie sich auch so benehmen.

In der offenen und ehrlichen Gesellschaft ist jedes offene und ehrliche Wort politisch korrekt.

Die Zuwanderung aus allen geographischen und weltanschaulichen Himmelsrichtungen ist eine Bereicherung und ein Abgrund der Wiederkehr schlechter Angewohnheiten, die wir längst abgelegt hatten.

Die kritische Streitkultur ist durch weltanschaulich-autoritäre Minderheiten bedroht.

Die ideologische Abgeschlossenheit - staatlich anerkannt - schutzbedürftiger Minderheiten ist nicht demokratiegemäß, sie schafft vielmehr eine - nicht respektierte - schutzbedürftige Mehrheit.

Eine vom Staat geförderte Minderheitenpolitik, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Mehrheit partiell zu entrechten, den Souverän - die Majestät der Demokratie - zu kompromittieren, ist eine Politik des staatlich organisierten Hochverrats.

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