2004-06-09

Tor Weilach

Die Erneuerbaren

Von Menschen und Energien

"Erneuerbar" ist, was sich erneuert, was wiederkehrt, was nicht endlos älter wird, was sich regeneriert...

"Alles neu macht der Mai."

Keine Energie verbraucht sich, jede Energie ist - wie alle Materie - "erneuerbar", wandelbar, übertragbar...

Energie ist die permanente Erneuerung.

Alles, was ist (!), ist Energie.

Kosmetik drückt nur den Wunsch nach Erneuerung aus.

Jeder Tag beginnt pfleglos neu, mit jedem Tag kommt der ewig alte herauf.

Kurze Zyklen sind Tag und Nacht, Mondphasen und Jahreszeiten...

Auch "nicht-erneuerbare" Energieträger - Erdöl, Kohle, Uran... - sind erneuerbar, ihre Zyklen nur länger.

Nicht allein die biologischen Kreisläufe...

Wir sind in die kosmischen Zyklen eingebettet...

Das ist so fundamental richtig und wahr, daß es - "eigentlich"! - keiner weiteren Erwähnung bedürfte.

Ewigkeiten müssen nicht gepredigt werden, wir unterliegen ihnen ohnehin, auch wenn wir uns vielleicht ganz andere Bilder suggerieren.

Mit dem Aufkommen des Geschichtsbewußtseins setzte sich die Vorstellung von Geradlinigkeit durch.

Wir bewegen uns nicht mehr auf Umlaufbahnen, sondern folgen Geraden, die in einem unbekannten Horizont verschwinden.

Die christliche Religion sieht - geradeaus - ins Erwarten der Wiederkunft Christi und verbietet quasi das zyklische Denken als heidnisch und antichristlich, obwohl "Wiederkunft" auf dem Zyklus beruht.

Die Scholastik ist ein Kind der Ängste aus wieder gekehrter Unwissenheit.

Der gerade Weg in die - ungewisse - Zukunft hat zur - unerwarteten - Entwicklung der Naturwissenschaften beigetragen, bleibt jedoch aus der zyklischen Ferne ein Merkmal geistiger Beschränkung.

Wird der gewohnte Zyklus temporär gestört, ist Zweifeln scheinbar berechtigt.

Wasser, Wind, Sonne, Erdwärme, Feuer, Wasserdampf, Radioaktivität, Biomasse sind die natürlichen Energiequellen der Menschheit...

Seit Menschengedenken dient die Nutzung von Naturkräften der Qualifizierung und Erleichterung...

... der Vervielfältigung menschlicher Effizienz in Frieden und Krieg.

Wind- und Wassermühlen sind althergebrachte Antriebsmittel, in sonnenwarmen Ländern ankern auf den Dächern der kleinsten Häuser Wasserboiler; selbst Biogase wurden in der Landwirtschaft gewonnen.

In Erdlöchern bleiben Lebensmittel kühl und frisch, an vulkanischen Hängen warten direkte Wärme und Erdgase zu Beleuchtung und Wohlbefinden.

Der auffallende Unterschied zu heutigen "ökologischen" Neuerungen ist der alte direkte Weg:

Die unmittelbare Nutzung von Bewegungs-, Wärme-, Licht- und Kälteenergie...

Die "grünen ökologischen Modellvorhaben" tragen das Kainszeichen der - umweg-komplexen, viel zu komplizierten - modernen Industriewelt.

Die Herstellung der Windrotoren bedarf enormer Energiemengen, ehe sie in Betrieb gehen können, um selber Energie zu vermitteln.

Auf mediterranen Dächern sind nicht Solarzellen, sondern einfache Blechbehälter angebracht, in denen sich das hoch gepumpte Wasser im Nu erhitzt.

Wind- und Wassermühlen mahlen nicht nur Getreide zu Mehl, sie treiben Sägewerke und Schmiedegebläse, Drehbänke... an.

Die "erneuerbaren Energien", umweglos genutzt, gehören entwicklungsgeschichtlich ins vorindustrielle Zeitalter des Handwerks, weisen allerdings bereits auf Massenproduktion hin.

Der Ökologismus dreht die Uhren zurück - eine Täuschung und Selbsttäuschung, weil die Zeit nicht nach den Uhren geht, die müssen nur wieder richtig gestellt werden.

Die Folgen können dramatisch sein, weil auf den Rückfall unerwünschte Wiederholungen folgen.

Feuer, Wasser und Wind sind elementare Gewalten, die bei der Selbsterneuerung der Natur und ihres Gesamt-Energie-Haushalts sozusagen Regie führen.

In die natürlichen Kreisläufe hat sich auch der Mensch eingeschaltet, dessen Rolle allerdings nicht überschätzt werden sollte.

Brand-Rodung und Wasser-Verschwendung hat er sich von der Natur abgeguckt; er weiß auch, daß er mit ihrer Hilfe Stürme erzeugen kann.

Waldbrände erneuern nicht nur die Bodenfruchtbarkeit, also die Lebensenergien der Flora und damit der Fauna, sie holen auch den Regen herbei.

Ausbrechende Vulkane zerstören nicht nur, ihre Lava erneuert und erweitert den fruchtbaren Boden.

Die "grüne Öko-Politik" fördert und befreit - bei genauerem Hinsehen - nicht die natürlichen Zyklen, sondern versucht sie für die große kapitalistische Wirtschaft zu sichern.

Die privaten Haushalte, die etwa fünf Prozent (5%!) des Wassers für sich nutzen, werden dazu angehalten, "Wasser zu sparen", weil es langsam "knapp" werde, während von den 95% industrieller Nutzung nicht gesprochen wird.

Tatsächlich sind die natürlichen Ressourcen, die Gott seinen Geschöpfen zur Verfügung stellt, restlos "privatisiert", d.h. von einer winzigen Minderheit vereinnahmt worden.

Die "grüne Öko-Politik" - eine Zutreiberpolitik - dient der Entmündigung, Enteignung und Entrechtung der Menschheit zugunsten einer herrschenden Kaste oder Klasse.

Die Entwindung des Menschen aus Gottes Obhut hängt wesentlich von seiner Sklavennatur bzw. den sklavischen Anteilen der Menschennatur ab.

Eine gleich werte Gattung spaltete sich in Dompteure und Gepeitschte.

Gott weiß, warum er zu Heilung und Rückgewinnung die freie Entscheidung dem Menschen - und nur dem Menschen - überließ.

Der Sklave muß - und soll - nicht Sklave sein.

Das unverwechselbare Individuum, sich jeden Augenblick in Freiheit erneuernd, nicht austauschbar, kein Sklave...

Und kein Herr!

Ungespalten und unabhängig von Allüren.

So möge er sein.

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