2004-10-23
Die Evangelikalen in Deutschland
Zur kultur- und klassenkriegerischen Aggression organisierter Gottlosigkeit aus dem Norden
Der Sozialabbau ist auch eine Strategie gegen den "rheinischen Kapitalismus".
Der "rheinische Kapitalismus" meint die katholische Soziallehre, meint die besondere Form der Verantwortung für einander.
Der lutheranische Feldzug gegen Helmut Kohl hatte diesen religiösen oder konfessionspolitischen Aspekt.
Der innereuropäische Streit um Homosexualität und Familie ist der übernationale Ausdruck einer Auseinandersetzung mit jener dezidiert anti-römischen Politik.
Die deutschen und nordeuropäischen Evangelischen können nicht mit den Neo-Konservativen, den Evangelikalen Amerikas verglichen werden.
Die US-Evangelikalen sind gläubige, auch fanatische christliche Fundamentalisten, während - zum Beispiel - die deutschen Lutheraner mit der christlichen Lehre nichts oder nicht mehr viel gemein haben.
In Deutschland steht die Evangelische Kirche mit ihren Anhängern mehr oder weniger auf atheistischer Seite, wo die Zerstörung der Familie, Abtreibung und Homosexualität Kernelemente einer "modernen" Lebensauffassung geworden sind.
Die nord-europäisch-evangelische Gottlosigkeit steht der amerikanischen Evangelikalität diametral entgegen.
Ob die Europäische Union die bewußt - fast generalstabsmäßig - voran getriebene innere Zerrissenheit aushalten wird, läßt sich ohne weiteres verneinen.
Unter Berücksichtigung der kulturkriegerischen Aggression organisierter Gottlosigkeit wird der geschichtlich vorgegebene "Nord-Süd-Konflikt" politisch wieder akut.
Die penetranten Gehässigkeiten gegen den "Süden", das "schwarze Bayern", den - obendrein polnischen! - "Papst Wojtyla" und die "Rheinischen", gegen das Politikum "Helmut Kohl", vormals "Konrad Adenauer" und "Franz Josef Strauß"... liegen auf einer Linie mit dem herkömmlichen Anti-Semitismus, dem Anti-Amerikanismus, der Hetze gegen Reagan und Bush, der Hysterie gegen die Kopftuch tragenden muslimischen Frauen.
Diese totalitäre Intoleranz der "Toleranten"...
Der US-evangelikale Kreuzzug gegen den Islam ist vergleichsweise gottgefällig...
... der globale Kampf um die Gunst Gottes ein allseits Heiliger Krieg...
Die Religionsfeinde sind schnodderig, hemmungslos, inhuman und ohne soziales Gewissen.
Sinnlos, auf "Besserung" zu hoffen...
Jede Aufbesserung unverfrorener Gottlosigkeit beschert uns neue Unverfrorenheiten.
Wenn Europa sich auf seine Traditionen, seine Geschichte und seine Spezifitäten besinnt, wenn es erinnert, was die Religionen eint und von den Gottlosen trennt, wird es den Fehdehandschuh aufheben und den zugespielten Ball zurück schlagen können.
Die angeregte Mittelländische Union ist eine - im Gedenken an den Staufer Friedrich II durchaus auch deutsche - geo-politische Konzeption für die römisch-katholisch-islamische Allianz, über deren Besonderheiten sich die weitere Historie den Kopf zerbrechen mag.
Mittelländisches Reich und Khalifat...
Die Union rund ums Mittelmeer umfaßt im Norden den gesamten katholischen Raum Europas und reicht über Polen bis an die Ostsee, in der Rheingegend bis nach Nordrhein-Westfalen und ins südliche Holland.
Tschechien und Frankreich werden eventuell neu reklamiert, das mögen die Menschen entscheiden.
Eine dialektische Kritik des christlich-ökumenischen Gedankens wird viel Klarheit ins europäische Bewußtsein bringen.
Die nahe liegende Bildung einer Donau-Konföderation wäre eine weniger (?) komplizierte Alternative zum Mittelländischen Gedanken, dürfte aber dem zunehmenden Druck aus dem atheistischen Norden, der sich zudem einer russischen Unterstützung sicher sein kann, nicht stand halten.
Einer starken - politisch und militärisch handlungsfähigen - Mittelländischen Union ist die Türkei - notfalls als Ersatz für Griechenland - unverzichtbar.