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2004-09-24

Lukas Storch

Sternstunden herbeirufen

Im und am Sudan trifft sich's wieder mal wie nach Plan

Schwarze Propaganda

Als Sternstunden gelten jene geschichtlichen Augenblicke, in denen das Zusammentreffen mehrerer Ereignisse eine - möglichst günstige - neue Situation schafft.

Die schrecklichen Vorgänge in Darfur gehen in der westlichen Berichterstattung ausschließlich zu Lasten des "islamistischen" und zugleich "arabischen" Regimes in Khartoum, dem direkt und indirekt ein Völkermord an der schwarzen Bevölkerung im Westen des Landes vorgeworfen wird.

Die Regierung solle die mordenden Rebellen entwaffnen, wie es die UNO fordert, benutze sie jedoch für ihre eigenen machtpolitischen Zwecke.

Zwischendurch ist von den Christen im Süden zu hören; man sieht Reportagen, in denen in voller Stärke Priester und Bischöfe auftreten.

Hohe evangelische und katholische Kirchenvertreter - auch aus Deutschland - sind eifrig bemüht, dem drohenden oder bereits stattfindenden Völkermord zu wehren: "alle islamischen Fundamentalisten sind Terroristen".

Der oberflächliche Betrachter der Fernsehbilder erhält den Eindruck, daß eine christliche Minderheit unter den Morddrohungen der islamischen Regierung um ihr leibliches und seelisches Leben zittere.

Dann hört man aus der Westregion, daß - nehmen wir den christlichen Süden beiseite - die Rebellen und die bedrohten Zivilisten genauso wie die Regierenden in Khartoum allesamt Muslime (!) sind.

Es gehe um Land, um das die Stämme streiten.

Nebenbei hört man auch mal, daß im umstrittenen Boden enorme Schätze - Ölvorkommen - auf ihre Förderung warten.

Schon heute bringt der "fundamentalistisch" regierte Sudan erhebliche Mengen Rohöl auf den Markt, und nun geht es um die Frage, wem der Rest der Ressourcen gehören solle.

Wem das Land gehört, der nennt Reichtum und Macht sein Eigen.

Die Kämpfe - der sogenannte Völkermord - sind also durchaus ernstzunehmende Streitigkeiten um die noch unerschlossenen Ölfelder.

Wo das Schwarze Gold ist, da ist auch der Westen mit seiner Schwarzen Propaganda.

Nicht nur die Propaganda gegen die völkermörderischen "islamistischen Extremisten" - deren Verbindung zu Al-Qaida und Osama Bin Laden natürlich die Spatzen von den Dächern pfeifen müssen! - ist von Ölinteressen diktiert...

Auch die Rebellen führen ihren Krieg gegen die Regierung in Khartoum nicht autonom.

Die Aufforderung an die Regierung Bashir, die Rebellen zu entwaffnen, ist eine Täuschung der Weltöffentlichkeit.

Die für die Ölkonzerne "glückliche" Sternstunde ist das Zusammentreffen des Sudan-Öls mit der "islamistischen" Herausforderung.

Am Sudan zeigt sich deutlicher als am Iraq, daß der Kreuzzug gegen den Islam weitgehend ein Kreuzzug um die Ölvorkommen ist, und daß dieser Krieg ums Öl sich vortrefflich mit der "anti-terroristischen" Botschaft verbinden läßt.

"Globalisierung" ist eine räumliche und sachliche Markterweiterung, in gleicher Weise die globale Inbesitznahme aller natürlichen Ressourcen: Energiequellen jedweder Art.

Auf einem - fiktiven - Nebenweg verläuft die Eroberung der Rohstoff-Ressourcen, die nicht unmittelbar Energie hervorbringen, sondern der Verarbeitung und restlosen Vermarktung dienen.

Im Lärm des Krieges gegen den Islam geht unter, daß der hinter dem "islamistischen Terrorismus" waltende Gott - Allah als der eigentliche Feind des Kreuzzugs! - den im biblischen Sinn babylonischen Verhältnissen ein Ende machen will.

Was aus Gottes Schöpfung den Menschen zur freien Verfügung steht, haben die Globalisten - oder wie immer man diese totalitären Weltenschänder nennen will - zur Ware gemacht - zuletzt das Wasser und die Luft zum Atmen.

Der Ökologismus entpuppt sich spätestens jetzt als ein Strohmann des herrschenden Industrie- und Finanzkapitals.

Das Teuflische an diesem System ist das absolute Böse, wo der Mensch - seines Menschseins beraubt - zur Ware wird.

Die Prostitution, die Sklaverei in Halb- und Unterwelt, der Handel mit Kindern und Frauen, die kommerzielle Abtreibung, der Embryonenvertrieb an Forschung und kosmetische Industrie, der Mord an gesunden jungen Menschen, um ihre Organe zu verkaufen...

Das Organisierte Verbrechen ist mit dem Finanz- und Wirtschaftssystem letztlich identisch.

Es gibt keine verwendbaren Drogen ohne ihre abschließende Zubereitung durch die Pharmazeutische Industrie des Westens...

An der kriminellen Geldwäsche sind die renommiertesten Banken beteiligt...

Der revolutionäre Islam, der im Westen - wie dessen Spiegelbild! - als "schurkisch" und "böse" dargestellt wird, hat indessen den geistigen Kampf gegen die menschliche Verrottung der westlichen (Schurken-) Welt - das Böse schlechthin - aufgenommen.

Wenn im Islam vom westlichen "Satan" gesprochen wird, kann man das nur bestätigen und dreimal unterstreichen.

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