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Wo lassen Sie denken · Où laissez-vous penser? · Rent a brain…

2004-08-20

Lukas Storch

Europa vom Süden her aufrollen und einigen

Wer könnte es tun, kein Napoleon in Sicht

Eine Denkkonstruktion führt uns nach Sizilien, gräbt den alten Staufer-Kaiser Friedrich II aus, besinnt sich auf die deutsche Geschichte und Geistesgeschichte - und im Handumdrehn wird aus dem Friedrich ein Korse, Napoleon zum Sizilianer...

Wir lassen den Streit mit dem Papst erst einmal beiseite und uns zum deutschen Anteil an der biblischen Heilsgeschichte just das Richtige einfallen.

Der aktuelle Aufrollgedanke ist nämlich ein deutscher Gedanke, genau so hoffnungslos und versponnen wie der Mythos vom schlafenden und auf seine künftige Stunde wartenden Kaiser Barbarossa.

Das gegen-napoleonische Konzept allerdings denkt an die Nationale Volksarmee (NVA), die mit der DDR unterging, deren Organisations- und Befehlsstrukturen auf 'Intelligence'-Ebene jedoch erhalten bzw. abrufbar geblieben sind.

Der - nach Scharpings Knacks am Tor des Pentagon - nunmehr vom Schlag getroffene Struck - beide Bundesminister zur Abwicklung jeglichen Verteidigungswillens - ist die zweite Personifizierung der äußeren "Sicherheit" Deutschlands.

Im Hinterstübchen 'vermute' ich, daß die Schröder-Regierung mit ihrer volksfeindlichen Schredder-Politik insgeheim im Auge hat, die arbeitende Klasse bis zur Weißglut zu reizen, um das Tor zu einem neuen - eurasischen - 'Sozialismus der Nationen' zu öffnen.

Die Schrödersche Adoption der kleinen Viktoria (!) stellt gleichsam eine verwandtschaftliche Beziehung des deutschen Bundeskanzlers und seiner Familie zur Russischen Föderation her.

Die Manager der deutschen Wirtschaft danken es ihrem Bundeskanzler...

Ein kleiner Leckerbissen nebenbei:

Den Schreibtisch des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder ziert ein Bilderrahmen mit dem Foto der jetzigen Ehefrau und einer Aufnahme seines als Gefreiter in Rumänien gefallenen und dort mittlerweile schmuck bestatteten Vaters.

Vom Stahlhelm des abgebildeten Soldaten der Deutschen Wehrmacht leuchtet unverfremdet ein Hakenkreuz...

Die bürgerliche Alternative zu Schröder und seiner undurchsichtig antisozialen Politik wäre eine Koalition aus CDU/CSU und FDP, die schon angekündigt haben, daß ihr sozialer Kahlschlag alles Bisherige weit übertreffen würde.

Edmund Stoiber sagt in einem TV-Interview, daß die "Reformen", die seines Erachtens unumgänglich seien, noch mehr Montagsdemonstrationen nach sich ziehen werden.

Diese Leute wissen also, was sie tun, kalkulieren die sozialfaschistischen Folgen, die Verarmung des Volkes und die entsprechenden Protestbewegungen mit ein, ohne mit der Wimper zu zucken oder auch nur im Traum daran zu denken, das nötige Geld von dort zu holen, wo es sich stapelt.

Deutschland ist ein reiches Land, seine Wirtschaft blüht und macht Gewinne, das private Vermögen geht in die Billionen, freilich ist daran nur ein Bruchteil der Bevölkerung beteiligt.

Der Wirtschaftsminister Clement brachte den Vorschlag ein, den Sozialhilfeempfängern "1€-Jobs" anzubieten.

Wer in Deutschland als gewählter "Sozialdemokrat" (!) und verantwortlicher Minister solche "Zumutungen" öffentlich macht, ist ein Sozialfaschist oder ein krimineller Volksfeind oder beides und ein verdammter - verdammt guter (!?!) - Dialektiker dazu.

An ihren Früchten sind sie zu erkennen...

So kommen wir vom Mittelmeer nach Deutschland und hier gleich in das kriminelle oder scheinbar kriminelle Politmilieu dieser vom Volk gewählten Abwickler-Bande.

Bundeskanzler Schröder sagte in einer Pressekonferenz, daß die Montagsdemonstrationen zum DDR-Ausgang gegen die damalige Diktatur mit den aktuellen Montagsdemonstrationen nicht verglichen werden könnten.

Nun, damals ging es um die politische Befreiung, heute geht es um die wirtschaftliche und soziale Befreiung.

Freiheit und Gerechtigkeit sind nicht von einander zu trennen.

Wenn die Globalisierung die Grundursache dieser Entwicklung ist, dann muß sie bekämpft werden; dann betrifft sie uns alle rund um den Globus.

Dann werden wir dieser Globalisierung eine sozialistische Globalisierung entgegen zu setzen haben.

Nach jüngsten Gerüchten will Wolfgang Thierse ein Beispiel geben und sich beim polnischen Parlament - zum Warschauer Tarif - um den Job des Präsidenten bewerben - oder den dortigen Tarif nach Berlin übernehmen.

Napoleon hin, Friedrich her...

Wenn die internationale - sprich: globale - Arbeiterklasse die alten Fäden wieder aufnimmt, die nicht mit dem Ende der Sowjetunion, sondern gleich zu ihrem Beginn dem Proletariat aus den Händen gerissen wurden, dann, ja dann, haben wir die Hohen Herren nicht mehr nötig.

Natürlich ist das eine Utopie, und wir arbeiten daran, sie brauchbar zu transzendieren.

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