2004-10-21
Ahnungen sind wahr geworden
Der Klassenkrieg aus den Chefetagen
Der deutsche Arbeiter hat die Suppe auszulöffeln.
Wir wollen gleich zu Beginn auf dem Unterschied zwischen Arbeitern und Angestellten beharren.
Es ist eigentlich nur eine Frage des Bewußtseins, hat aber eben drum die zentrale Bedeutung.
Der typische Angestellte hat Verständnis für jeden Arbeiterrausschmiß, weil er, der Angestellte, aufgrund seines Einblicks in die betrieblichen Zusammenhänge sozusagen aus erster Hand weiß, daß die Kosten, der Lohn, die Lohnnebenkosten zu hoch, daß, kurz gesagt, die Arbeiter viel zu teuer sind.
In China arbeitet der Auto-Mechaniker für 80 Cent, während der deutsche Facharbeiter mehr als das Zwanzigfache haben will.
Beim allgemeinen Abwärtstrend haben wir es wiederum mit einem Bewußtseinsproblem zu tun.
Auf welcher Seite stehst du, wenn solche Fragen auftauchen?
Vergleichst du sofort mit deinen Kosten, oder stehst du nur perplex vor dem frechen Provokateur?
Der Angestellte wird erst nachdenklich, wenn es auch ihm an den Kragen geht, und das kann man nur hoffen, damit die Armee der Abhängigen - ob Angestellte oder Arbeiter - sich endlich zusammenschließt, denn ihre Existenz steht auf dem Spiel.
Solange du Obdachloser eine Matratze zum Ausruhn hast, ist dein Leben jedenfalls erträglicher als das des Mannes auf dem Pappkarton.
Ihr müßt nicht immer nach oben sehen - unten wartet der richtige Vergleich.
Die deutsche Arbeiterklasse ist besonders schlecht dran, weil ihre Verhältnisse über mehr als hundert Jahre die besten in der Welt waren.
Sie hat am meisten zu verlieren und ist soeben dabei, diese Erfahrung zu machen.
Hinzu kommen die merkwürdigen Umstände, die uns immerfort an Hitler und den Holocaust denken lassen, so daß der ganze soziale Deklassierungsprozeß nach einer konzertierten Strafaktion schmeckt.
Die Gewerkschaften sind frühzeitig korrumpiert worden, die Namen Vietor und Steinkühler bleiben uns ein Leben lang in Erinnerung.
Der Sozialismus hatte seine perverse Geschichte, eine revolutionäre Partei existiert heute nicht.
Wenn der betrogene Arbeiter wilde Streiks inszeniert, Maschinen zerstört oder auch nur aus Daffke, um die Herrschenden zu ärgern, eine rechtsradikale Partei wählt, tut er allemal genau das, was seine Feinde wollen.
Indem er nämlich in möglichst großer Zahl das gesellschaftspolitische Leben "faschisiert" oder "kriminalisiert", liefert er den Vorwand für die rigorose - polizeistaatliche bis staatsterroristische - Gegenmaßnahme.
Die "Anti-Terror-Koalition" läßt sich ohne weiteres auf den Krieg gegen die arbeitende Klasse übertragen.
Rebellierende Arbeiter sind Terroristen: Wer nicht für den Konzern ist, ist gegen ihn: Präsident Bush hat das vorformuliert und vorexerziert.
Fehlt nur noch - zum globalistischen Bündnis der Konzernmanager, Aktionäre und ihrer Staaten - das übergreifende Gegenbündnis: die inter- wie innergesellschaftliche "Achse des Bösen".
Frei nach dem Motto: Terroristen aller Länder und Kulturen, vereinigt euch, ihr habt nichts zu verlieren als eure Ketten!