2003-08-20
E-mail an die Bundesbeauftragte
für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes
der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik
To: BStU
From: avram kokhaviv <avramkokhaviv@kokhaviv.org>
Subject: Ihr Schreiben - 029360/92 Z/Hr. Ruß - vom 18.08.2003. Posteingang: 20.08.2003
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Zusendung.
Sie haben in der Fahndungskartei der Stasi-Arbeitsgruppe XVII über mich eine Unterlage gefunden.
Auf der für mich beigefügten Kopie einer Karteikarte lese ich - neben Namen, Geburtsdatum und Beruf - die Eintragungen:
"4/15.02.1983 Berlin" und "(Friedr.Str.)" -
alles maschinenschriftlich.
Unten rechts - außerhalb der grau eingelegten Kopie - steht handschriftlich:
"AG XVII / Fahndungskartei", darunter ein gerahmter Stempeleindruck: "Kopie BStU AR2" und handschriftlich das Datum: "28.7.03".
Was mir auffällt, ist die Eintragung: "(Friedr.Str.)".
Was hat die zu bedeuten?
Das offensichtliche Erfassungsdatum ist: "4(?)/15.02.1983".
Wenn sich "(Friedr.Str.)" auf meine jetzige Wohnadresse bezieht, haben wir ein Problem.
1983 wohnte ich noch nicht in der Friedrichstraße, und als ich hierher zog, gab es, jedenfalls offiziell, die Stasi nicht mehr.
Nun gab es in der Friedrichstraße einen Grenzübergang, aber 1) war der nur für Ausländer, also nicht für mich, zuständig, und 2) habe ich zu jener Zeit weder den noch irgendeinen anderen Grenzübergang in Anspruch nehmen wollen.
Es bleibt also die hohe Wahrscheinlichkeit, daß mit der "(Friedr.Str.)" meine seit etwa zwölf Jahren geltende Wohnanschrift gemeint ist.
Wie geht das zusammen?
Wurde die Karte erst im nachhinein ausgestellt, oder wurde "(Friedr.Str.)" nachgetragen?
Der Leseeindruck spricht für die Verwendung derselben Schreibmaschine für alle Eintragungen.
Und der erwähnte Stempel sagt eindeutig: "Kopie".
Mit freundlichen Grüßen,
Horst Lummert (Avram Kokhaviv)
Friedrichstraße 234
10969 Berlin