2003-10-18
Die ewigen Jagdgründe
Wie die Savanne Isaiahs mit dem Sehnsuchtstraum der Wüste Gobi oder der Taiga oder der Tundra sich vermischt
Was ist dagegen der Himmel, was das Paradies, das Jenseits der Christen, Moslems, was das neue Jerusalem mit dem Kommen des Messias?
Die ewigen Wanderwege und Jagdgründe versprechen Freiheit und Verbindung mit der Welt des großen Manitou.
Dort treffen wir unsere Ahnen, die Väter und Vorväter, die unsere Werke beobachtet haben und nun urteilen werden.
Die Sehnsucht aber ist unergründlich, ich kann es mir nicht erklären.
Kein Esel und kein Dromedar, kein Kamel, auch kein stolzes Araberroß.
Mein Tier ist klein und braun mit schwarzer Mähne und hängendem Kopf, das seinen Weg kennt, der auch mein Weg ist.
Ich weiß, daß der Talerschimmel von Evergrint und der Esel Bileams meine Fehler waren, wenn ich weiter zurück schau.
Die Russen kamen 1945 auf solchen Panjepferden, die Mongolen, Tataren, die Hunnen, ich bin noch ganz verschlafen, döse vor mich hin, weiß gar nicht, wohin mich mein Brauner führt, wenn er nur weiter trottet, er ist müde, wie auch ich müde bin, wir wissen wahrscheinlich beide nicht wohin.
Nur meine Richtung ist anders, ich reite nach Osten in die asiatische Ferne, Weite, Steppe, weiß nicht wohin, nur daß ich auf dem richtigen Wege bin, und richtig ist, wohin mein Brauner mich trägt.
Wir sind müde, tappen den ewigen Jagdgründen entgegen, der Prärie, ja, vielleicht.
Die Steppe ist das Land meiner vegetativen Sehnsucht, die ich mir nicht erklären kann.
Ich hätte mitgehen sollen, mit den Pferden, mit der Roten Armee, beinah hätte ich's getan.
Heb dir deine Jagdgründe auf, du könntest enttäuscht sein, wenn du zu früh ankommst.
Ich habe manchmal die Ahnung, daß ich mir auf meinem Wege nicht folge.
So habe ich Berge vor mir abzutragen, die ich aufhäufte in meinem Leben, um dem Ziel nicht zu nahe zu kommen.
Die Bewußtwerdung hat mir nicht gut getan?
... er wurde zum Schamanen, zum Magier, Terroristen und Zauberer.*
* Avram Kokhaviv: Antischamanismus