2003-08-18
Wandertrieb
Die Verwurzelung in den Geweben der modernen Gesellschaft kann nicht einfach beseitigt werden, wir steigen nicht aus, ohne doch wieder einzusteigen, erst wenn nichts mehr da ist, hat der ganze Spuk ein Ende.
Die Besitzfrage wird nicht gelöst durch Verteilung, Diebstahl oder Klassentausch, wie spaßig man sich das auch vorstellen möchte.
Wo nichts Begehrenswertes mehr ist, schnuppert der Enterbte an der Freiheit, obwohl es vielleicht nicht mehr so heißen muß.
Wenn nichts mehr uns behindert, nichts mehr da ist, von dem wir uns befreien müssen, können wir auch auf die Freiheit verzichten, nur ihre Bedrohung legt uns die Freiheit in den Horizont.
Wohin also, wenn wir die Dialektik aufgehoben haben, wenn alles und nichts identisch geworden ist?