2003-10-21
Die Knochentänze, ich höre es stampfen
Und ich stampfe mit
Knochenpfeifen, er pfeift auf dem letzten Knochen, ich pfeif auf die Knochen, alle tun sie mir weh, je weniger ich tu, desto mehr tun sie mir weh.
Was fehlt, ist die ständige Belastung und der Wille, es zu schaffen, weil es so sein soll, denn außer diesem hast du kein anderes Leben.
Stampfen und trommeln, ich habe es im Ohr, es begleitet mein Leben, das Trommeln, der Rhythmus, der sich steigernde Drive, der von mir abzuhängen scheint, von meinem Temperament, und ich spüre und weiß es, daß wir beide die Getriebenen sind, die Götter haben uns zusammen gebunden, die Trommel, mich, meine Hände, die Finger, die auf einmal ein eigenes Leben beginnen, da kannst du nicht sagen, der macht das halt, weil er es gelernt hat, der kann es eben, du mußt sagen: er muß es eben, er kann nicht anders.
Warum habe ich nie ein Instrument gespielt, ich war musikalisch, hatte eine gute Gesangsstimme, hörte die feinsten Töne und "Vakanzen" heraus, wie bitte, ich habe keine Ahnung, ich sang und pfiff und trommelte und spielte auf dem Klavier, aber was war das schon.
Perfekt waren Gesang und der Pfiff und der Fingerschlag, doch das Klavier kam zu spät.
Schicksale sind nicht nur individuell, sie sind auch gesellschaftlich bedingt, ich meine jetzt nicht Reich und Arm, nicht solche materiellen Bedingungen, die auch zählen, aber niemals entscheidend sind, nein, ich denke an die seelische Umgebung, an die Resonanz, in einer unmusikalischen Familie ist schwer Musik zu machen, und das kann passieren, wenn einer seine Musikantenfamilie verlassen muß und in einer amusischen Familie Unterschlupf findet.
Halt dich da lieber raus.