Navigation überspringen

kokhaviv publications

Qimosh - The New Qomish

Wo lassen Sie denken · Où laissez-vous penser? · Rent a brain…

2003-09-26

Hakal

Scharia

Sha'ar Yah = Das Tor zum Gericht Gottes

Shin-Ayin-Resh-Jod-Heh

Um die islamische Scharia, die das Gesetz Gottes ist, werden in der aufgeregten, ja hysterisierten deutschen Gesellschaft schrecklich viele Umstände gemacht, als sei die Scharia so etwas wie geschriebenes Teufelswerk, wobei natürlich stets extreme Vollstreckungsmethoden im Strafrecht herangezogen werden.

Die Scharia entspricht in ihren Grundsätzen den hebräischen Torah-Vorschriften, die Ausführungsbestimmungen sind in der Regel nach-toranisch bzw. nach-quranisch.

Torah und Scharia sind Gottes Gericht und Gesetz, also von ewiger Gültigkeit, was, verglichen mit moderner Gesetzgebung, ein höchstes Maß an Rechtssicherheit garantiert, die Menschen lernen und wissen von kleinauf, was verboten und was erlaubt ist, wobei der Raum der Freiheit relativ unbegrenzt bleibt, weil die wenigen Verbote hinter dem Erlaubten eher verschwinden, als daß sie es behindern würden.

Während in der modernen Gesellschaft fast regelmäßig Gesetze geschaffen, geändert, angeblich neuen Situationen und Rechtsfragen angepaßt werden, ist das Gesetz Gottes einmalig und unantastbar, weil es unter der Sonne nichts gibt, das es nicht schon immer gegeben hätte.

Es gibt nichts Neues, wir spiegeln es uns nur vor.

Ein Element der Unsicherheit versteckt sich in der Interpretation, und die kann und wird, wo Menschen handeln und urteilen, von Fall zu Fall problematisch sein, wenn die Verhältnisse ausgeruhte Urteilsfindungen nicht zulassen, weil alles aus den Fugen, heißt, vom Weg Gottes abgekommen ist.

Wenn Ehebruch und Homosexualität in Torah und Scharia todeswürdig bzw. des Todes sind, so muß damit - nach korrekter Gerichtsverhandlung - nicht zwingend ein von Menschen zu vollstreckendes Todesurteil verbunden sein.

Als die Sünderin im Neuen Testament gesteinigt werden soll, sagt Jesus, daß derjenige den ersten Stein werfen möge, der ohne Sünde sei, und es findet sich niemand, so bleibt das Urteil unvollstreckt bzw. Gott überlassen.

Der Quran erkennt Jesus als einen in der Reihe der Propheten an, und so kann ein Scharia-Gericht - eigentlich schlicht die Scharia, denn das Wort bedeutet nach hebräischer Lesart nichts anderes als Gericht Gottes - im Falle von Ehebruch ohne weiteres sich auf Jesus berufen, das Gesetz muß für ein weises Urteil nicht geändert werden.

Dennoch bleiben Ehebruch und Homosexualität des Todes, weil sie das Leben und die Zukunft von Kindern seelisch zerstören oder gar nicht erst zulassen.

Wenn zwei Männer sich zu einer "Ehe" miteinander entschließen, so treffen sie damit eine Entscheidung gegen das Leben, gegen die Entstehung einer nächsten Generation; ihre Entscheidung ist bereits das Todesurteil, es bedarf keines weiteren Gerichtsbeschlusses außer dieser Todesgemeinschaft, die sich natürlich als neue Lebensgemeinschaft versteht.

Zudem mag Gott das eine oder andere Mißverständnis wollen, um seine Geschöpfe zu prüfen.

Das Abhacken der Diebeshand sollte nicht durch eine moderne chirurgische Amputation ersetzt werden, weder das eine noch das andere ist human für das Verständnis einer gereiften Gesellschaft, die weiß, daß die ganze Welt letztlich den Dieben und Räubern gehört, von ihnen beherrscht wird.

Der tägliche "Diebstahl" ist oft nur die Wegnahme von Gestohlenem.

Wenn ein Armer einem Reichen etwas von seinem Reichtum nimmt, setzt sich damit die Erkenntnis durch, daß Reichtum Raub und Diebstahl ist, nur durch Raub und Diebstahl erlangt - und wieder rückgängig gemacht - werden kann.

Das ändert nichts am Gesetz Gottes, wonach Diebstahl das Abhacken der stehlenden Hand verdient; aber die Interpretation steht im Licht einer ernsthafter erkennenden Rechtsauffassung.

Wenn die Armen als die entrechteten Klassen erkannt werden, sind die Diebe bei den Verursachern der Armut zu suchen, dort, wo die gestohlenen Rechte sich zu Vorrechten gehäuft haben.

Da werden wir ganz aktuell.

Die heute diskutierten antisozialen "Sozialreformen" berauben die "Kleinen Leute" und lassen die "Großen und Reichen" ungeschoren.

Die weltlichen Gesetze öffnen dem Reichen die Landesgrenzen, wenn er sich der allgemeinen Steuerpflicht entziehen will, der Staat legitimiert den umfangreichen Diebstahl, diese Bereicherung am Allgemeingut.

Der Staat macht also einen prinzipiellen Unterschied zwischen dem "kleinen" und dem "großen" Dieb oder Räuber.

Der legalisierte Diebstahl durch Steuerhinterziehung im großen Maßstab ruiniert mittlerweile das Gemeinwesen.

Mit anderen Worten: Holt euch das Raubgut zurück von denen, die es geraubt und gehortet haben!

Der Staat hat für den sozialen Ausgleich zu sorgen, nicht den reichen Dieben und Räubern die Raubzüge zu organisieren und rechtlich abzusichern.

Dieser infame Klassenkrieg gegen das arbeitende Volk wird zum heiligen Kampf um Gerechtigkeit, sobald die Entrechteten - ihrer Würde Beraubten - sich wehren und damit das Gesetz Gottes erfüllen.

In diesem heiligen Krieg wird der Jahrtausendraub tendenziell wieder rückgängig gemacht.

Hackt dem Unterdrücker die seit Menschengedenken stehlende und raubende Vollstrecker-Hand ab.

Im täglichen Zivilleben haben wir andere Formen der Bestrafung von Diebstahl gefunden, aber die Scharia ist bei genauerem Hinsehen milder als das moderne Strafrecht.

Dem Dieb möge die Hand verdorren, er soll sie verlieren, so will es der Herr der Bibel und des Quran.

Es ist ein Gottesurteil, das wir wie jenes über die Ehebrecherin getrost dem göttlichen Gesetzgeber und Vollstrecker überlassen dürfen.

Mit anderen Worten, der kleine Diebstahl ist ein Vergehen, dessen Verurteilung Gott sich vorbehalten hat.

Es ist erstaunlich, wie modern die Scharia ist, wenn man sie "weise" interpretiert.

Siehe auch:

© Copyright 1999 - 2003 kokhaviv publications