2003-10-07

Gutz Gauch

Mit dem Mädchen gegen die Soziale Marktwirtschaft

Als Helmut Kohl sein "Mädchen" in die große Politik holte, bewies er wenig Menschenkenntnis.

Sein "Mädchen" und Engelchen hat ihn und seine Politik verraten, doch was ist schon Verrat in der Politik.

Sie zieh ihn krimineller Vergehen, wollte ihn politisch und privat ruinieren, das war alles nicht schön.

Wie er die Politik Adenauers fortsetzte, setzt sie ihren Verrat fort, so ist das nun mal.

Vor einigen Tagen hat sie stolz ihren "Paradigmenwechsel" verkündet: die Zerstörung des sozialpolitischen Meisterwerks von Konrad Adenauer und Ludwig Erhard, aufgebaut auf dem Werk Otto von Bismarcks.

Merkels Rivale Friedrich Merz läutet derweil die "Entsozialdemokratisierung" der Union ein.

Die Sozialdemokraten hatten mit dem Sozialwerk allerdings nur so viel zu tun, daß - zu Bismarcks Zeiten - ähnliches auch in ihrem Programm stand.

Bismarck verbot die Sozialdemokraten - die Kaiser Wilhelm II. später "vaterlandslose Gesellen" nannte, was ich lange Zeit nicht begriff - und schuf sein Jahrtausendwerk.

Erstmalig in der Geschichte.

Der Verrat an Helmut Kohl ist - Gott weiß es - mehr als der Verrat an einem Mann, der Deutschland - auch darin Bismarck vergleichbar - vereinigt hat.

Angela Merkel ist wie eine DDR mit sicherer Hand: erfolgreich nämlich gegen die Bundesrepublik Deutschland - gegen Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit.

Das "Mädchen" war Helmut Kohls politisch größter Fehler - nicht persönlich, denn Angela Merkel ist sympathisch, aber eben eine tüchtige Politikerin, die weiß, was sie will.

Eine deutsche Eiserne Lady, die wie Margret Thatcher einem Ismus ihren Namen geben wird?

Eine Geheimwaffe des jetzigen Bundeskanzlers, die den nächsten Wahlsieg Gerhard Schröders garantiert, der schon am Ende schien?

Unterschätzen sollte man sie jedenfalls nicht.

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