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Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2003-08-21

Sam Wonder

Am selben Tag

Fahndung und Überwachung

Zeitgleich mit der Anfrage der GEZ kam die Mitteilung der Stasi/Birthler-Behörde.

Ich hatte eine Akte erwartet - und sehe nun eine leere Fahndungskarte der Stasi-Arbeitsgruppe XVII, die obendrein ein paar Merkwürdigkeiten aufweist.

Die Registrierung bei der AG XVII - "zuständig für die Gewährleistung der Sicherung der Arbeit der Mitarbeiter in den Büros für Besuchs- und Reiseangelegenheiten der DDR in Westberlin (Passierscheinbüros)" (BStU) - enthält die Logik, daß Lummert mit einer Antragstellung, zu der es aber nie kam, die aktive Fahndung ausgelöst hätte.

Horst Lummert wurde am 15. Februar 1983 karteilich erfaßt. Damals wohnte er in der Skalitzer Straße, ganz in der Nähe der Oberbaumbrücke.

1988 wanderte er mit seiner Familie nach Israel aus, kam aber bald wieder; seit 1991 wohnt er in der Friedrichstraße.

Ein Wunder geschah, als die Stasi-Behörde bei der Erfassung Lummerts im Februar 1983 bereits wußte, daß er neun Jahre später in die Friedrichstraße ziehen würde.

Da solche Wunder nur beim kuckuck vorkommen, müssen wir die Fragen also anders stellen.

Zu erwarten war - wie gesagt - eine Stasi-Akte, nicht ein leeres Blatt aus der Fahndungskartei.

Wie ist diese Fahndungskarte zu erklären, wie kam sie zustande?

Vermutete Zeitverschiebung

Die Karte wurde nachträglich ausgestellt - als Lummert bereits in der Friedrichstraße wohnte und seine erste Nachfrage - 1992 - an die Post-Stasi-Behörde gerichtet hatte.

Es bestand eine Akte, die jedoch nicht offengelegt werden sollte, weil zuviel dabei herausgekommen wäre, z.B. Auswertungen der Vierteljahreshefte kuckuck, Quellenhinweise; wie war die Stasi überhaupt auf Lummert/kuckuck gekommen?

In die fragliche Zeit fallen ernste Auseinandersetzungen, im eben zurückliegenden Jahr 1982, das offenbar den Anlaß für das neue Interesse am kuckuck gab, erscheinen die Hefte kuckuck 33/34, 35/36, 37/38/39.

In einer zu vermutenden Stasi-Akte/Fahndungsakte mußten noch viel ältere Geschichten abgelegt sein, die in den Beginn der siebziger Jahre reichen.

Die damaligen Vorgänge waren vergleichsweise eruptiv, während die Schriften aus den achtziger Jahren allenfalls ein aktueller Anlaß sein konnten, noch einmal kräftig darauf hinzuweisen.

Wenn das Karteiblatt erst in den neunziger Jahren oder noch später für den Oberflächengebrauch ausgestellt wurde, könnte ein Grund darin liegen, daß die Fahndungstätigkeit gar nicht eingestellt, sondern auf westlicher Seite fortgesetzt worden ist.

Oder liegt die Akte, liegen umfassendere Unterlagen in Amerika? Die CIA hat bei der Wende zugängliche, für sie wichtige Stasi-Materialien ("Rosewood") kassiert, in die USA verschickt und dort ausgewertet.

Erst vor kurzem sind die Akten den deutschen Behörden übergeben worden.

Möglicherweise unvollständig.

Es gibt etliche Gründe zu dieser Annahme und für die CIA, die von der Stasi ins Visier genommenen Personen weiter zu observieren; auch der "Schriftsteller" bietet reichlich Anlaß dazu und Gelegenheit, fündig zu werden.

Die Kokhaviv Publications werden zu etwa 70% - also vornehmlich - in den USA gelesen, konserviert, bewertet.

Die kuckuck-Archive sind nicht nur im Falle Knapp bei Hoover mehrfach gespeichert.

Wie der alte print-kuckuck samt kkk-federn, so ist auch die Kokhaviv-WebSite vielen Leuten nicht ganz durchsichtig, obwohl heute nichts so durchsichtig ist wie Kokhaviv.org plus Umfeld und Vorgeschichte.

Offenbar ist diese Transparenz ein sicherer Vorhang.

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