2003-06-20
Haltet durch, Kumpels!
Es geht nicht um die "Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen", was sowieso niemand mehr glaubt, auch nicht um drei oder vier Stunden weniger Arbeitszeit in der Woche...
Metallarbeiter streiken
Es geht um die Gerechtigkeit zwischen Ost und West, um das Ende der unglaublichen Spaltung des Landes nach seiner sogenannten Vereinigung.
Eine Schande ist es, daß der Streik nicht längst vom Westen ausging; daß nicht die westlichen Gewerkschaften die Initiative ergriffen zur restlosen Angleichung der neuen an die alten Bundesländer.
Nach mehr als einem Dutzend Jahren überhaupt noch diese namentlichen Unterscheidungen zu treffen, ist ein Hohn auf das ganze Getue um die Wiedervereinigung der Deutschen.
Seit mehr als einem Dutzend Jahren genießt "die Wirtschaft" absolute Priorität; "Standortvorteile", die nichts anderes bedeuten, als daß im eigenen Land ein Billiglohnland, eine Art Wirtschaftsdisneyland, gehalten wird, damit die "Investoren" kommen, möglichst in Scharen, wenn auch nicht in gleich großen Scharen, wie die jungen und mobilen Arbeitskräfte den Osten Deutschlands verlassen und längst verlassen haben, weil ein Ende des Tunnels nicht abzusehen ist.
Die neuen Bundesländer als billiger Industriepark der herrschenden Klasse, das war's ja wohl nicht, was die Arbeiter von Hennigsdorf und aus der Stalinallee sich vor fünfzig Jahren erträumten.
Der Osten ist betrogen worden und wird bis heute betrogen.
Die herrschende Klasse hat euch den Krieg erklärt, indem sie droht, mit "ihren" - heißt: euren! - Betrieben das Land zu verlassen.
Kollegen, ich will euch keine halbherzigen Ratschläge geben; wie ich die Dinge sehe, habt ihr sowieso nicht mehr viel zu verlieren.